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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

25. Dezember 2009

HAZ vom 22.12.2009: Im Gleichschritt!

Josephiner spielen Musical „Swinging St. Pauli“

VON STEPHANIE DREES

HILDESHEIM. Eigentlich sind Alberta und Beate ordentliche deutsche Mädchen. Besonders Beate zeigt mit strammen Haarknoten hinter den Ohren und verschüchtertem Blick, dass die Szenerie, in die sie geraten ist, eine neue Welt offenbart. Eine dunkle, verraucht-verruchte Bar, angloamerikanische Rhythmen, und drei Jungs im Trenchcoat lassen ordentlich die Hüften kreisen. Wo ist sie da nur hineingeraten?

In Leo’s Bar. Wir schreiben das Jahr 1941, und die deutsche Geschichte steht kurz vor einem ihrer absoluten Tiefpunkte. Eine Gruppe Jugendlicher versucht in einer kleinen Enklave der Freiheit reichsdeutschem Druck und Gehorsam zu entfliehen. Sie wollen Musik statt Volksempfänger, feiern statt fürchten, tanzen statt marschieren. Die sogenannte Swing-Jugend zelebriert ihre eigenen Werte.

Eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Schülern hat die Welt der Popkulturrebellen auf die Bühne des Audimax gebracht. 34 Oberstufenschülerinnen und –schüler des Gymnasiums Josephinum haben sich eines Stoffs angenommen, der musikalisch wie inszenatorisch eine eher härtere Nuss darstellt. Mit „Swinging St. Pauli“ sind die Jugendlichen ein Musical angegangen, dessen dramatische Kurve starke emotionale Ausschläge verzeichnet. Komödie mit reichlich Slapstickeinlagen, Liebesdrama, Party, Zeitdokument. All das soll „Swinging St. Pauli“ sein.

Und dann muss man auch noch singen. Die jungen Bühnenkünstler gehen dabei äußerst professionell vor. In kompletter Eigenregie haben sie die Geschichte um die jungen Swing-Liebhaber, die in der Bar des Untergrund-Sympathisanten Oskar Leonhardt ein zweites Zuhause finden, inszeniert. Vor allem gesanglich (Leitung: Hannah Vollmer) zeigen die Schüler große Leistungen, sitzen auf Barhockern im Scheinwerferlicht und intonieren die Höhen und Tiefen anspruchsvoller Soli souverän.

„Ein Lied für dich“, gesungen von der jungen Jüdin Emma (Hannah Vollmer) erinnert Barbesitzer Oskar (charmant: Anselm Derda) an das Schicksal seines verstorbenen Freundes Jakob. Melancholisch und leicht lasziv performt Alberta (Sophia Vollmer) jazzige Liebesbekenntnisse, und die drei männlichen Protagonisten (sehr unterhaltsam: Kristoffer Uhlenkamp, Lukas Vollmer, Nikolai Rex) lamentieren in frühzeitlicher Rock-’n’-Roller-Pose über ihre Probleme, die weiblichen Wesen zu verstehen: „Erklär’ mir die Frauen!“, bitten sie. Dahinter sorgt das schuleigene Orchester (Leitung: Lukas Speer) für starken Big-Band-Sound.

Es geht um Herzschmerz, um Nostalgie, um jugendliche Leichtigkeit und den Ausdruck von Lebensfreude vor dem Hintergrund großer Bedrohung. Hier liegt die Herausforderung einer Stückvorlage, die für Laien fast ein wenig zu hoch gegriffen erscheint. Denn nach der fröhlichen Geburtstagsparty mit „Dr. Fusel“ und Songs von pubertärer Schwärmerei à la „Das muss Liebe sein“ marschieren stramm Obersturmbannführer Hundt und Stenzel (Damian Anders, Michael Schmidtke) über die Bühne. Verhöre und Todesfälle folgen auf Liebesgeplänkel, und letztendlich swingen dann wieder alle fröhlich zusammen.

Die Vorlage verlangt ihren Tribut. Die jugendlichen Darsteller versuchen sich der hedonistischen Botschaft „Leb’, bevor es zu spät ist“ mit darstellerischer Kraft und Spielfreude zu nähern. Ein große Leistung, die vor allem von musikalischer Begeisterung und viel, viel Rhythmus-Gefühl zeugt.
18. Dezember 2009

HAZ vom 18.12.2009: Latein und nackte Beine

Am 15. Januar wollen Josphiner ihre Schule und die Michaeliskirche mit einer überlangen Stoffbahn verbinden. Nur noch wenige Schultage bleiben, bis alles fertig sein muss. Heute berichten die Schüler vom Fortgang des Projekts.

Am Josephinum wächst die Mega-Stoffbahn zum Michaelis-Jubiläum / Schulleiter färbt seine Füße

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„Das ist ja gar kein totes Übersetzen“, freut sich Weihbischof Koitz, als er mit Schülern zusammen die Lebensgeschichte Bernwards auf den Stoff bringt. Foto: Gossmann

Hildesheim. Eine 600 Meter lange Stoffbahn soll beim Jubiläum der Michaeliskirche das evangelische Gotteshaus mit dem katholischen Gymnasium Josephinum verbinden (diese Zeitung berichtete). Alle 1000 Schüler werden darauf etwas zur Geschichte der beiden Kirchen und von Bischof Bernward malen, schreiben oder drucken. Vom Fortgang des Projekts berichten Schüler des 13. Jahrgangs, die das Projekt im Seminarfach vorantreiben:

„So was hat man ja nicht oft, so ein 1000-jähriges Jubiläum“, meint der 14-jährige Leon. Das findet auch Benno Haunhorst, Schuldirektor des Josephinums. Zusammen mit den Schülern der 9f1 und deren Lehrer Peter Franke hat er sich die Füße bunt angemalt und läuft nun über eine 25 m lange Stoffbahn. Die Fußabdrücke sollen den Lebensweg Bernwards darstellen. In bestimmten Abständen malen oder schreiben die Schüler Stationen seines Lebens auf den Stoff.

michaelis neu 4Alle Beteiligten sind von der Idee des Projektes und vor allem der Umsetzung begeistert. Schließlich ist das etwas ganz anderes als normaler Unterricht. „Fußabdrücke sind zudem etwas sehr persönliches, sie sind einzigartig wie Fingerabdrücke“, erklärt Haunhorst. Er freut sich, dass die Schüler so viel Engagement zeigen, gerade weil Bernward früher selber Schüler am Josephinum war.

Mindestens genauso engagiert zeigen sich die Schüler der 10g1. Sie schreiben die „Vita Bernwardi“, also die Lebensgeschichte Bernwards auf den Stoff. Zuvor haben sie die Texte im Lateinunterricht übersetzt. Um das Ganze zusätzlich zu verzieren, malen sie in bunten Farben mittelalterliche Ornamente unter den Text. Mittendrin sitzt Weihbischof Hans-Georg Koitz und unterhält sich mit den Schülern. Erstaunt stellt er fest: „Das ist ja gar kein totes Übersetzen, wie ich es noch aus meiner Jugend kenne.“ Auch auf eine Zeit als Lehrer kann Koitz zurückblicken: Am Josephinum unterrichtete er früher Religion.

Auch die Schüler haben Spaß an der kreativen Darstellung ihrer Übersetzungen. Alle sind überrascht, wie locker Koitz sich verhält. Zur Begrüßung der Lehrerin Roswitha Czimmek frischt er seine Lateinkenntnisse auf und begrüßt sie auf Latein – zur allgemeinen Erheiterung. Die entspannte Atmosphäre hält, während der Weihbischof von seiner Jugend und seiner Zeit als Lehrer am Josephinum erzählt. Dabei vergisst er beinahe den eigentlichen

Grund, warum er heute hergekommen ist: Auch er schreibt einen Teil der „Vita Bernwardi“ auf den Stoff und unterstützt so die ganze Aktion.

ILONA JANOSCH, MARIA HAUNHORST, LUKAS SCHRADER

28. November 2009

Kirchenzeitung vom 29.11.2009: Reise in eine andere Welt

Hildesheimer Schüler sind zu Gast bei ihren Partnerschülern am Josephinum in Indien

von Thomas Pohlmann












Mit offenen Armen und großer Gastfreundschaft sind Katja Döring (rechts) und ihre Mitschüler vom Hildesheimer Gymnasium Josephinum bei ihrer Reise durch Südindien in den Dörfern und Schulen empfangen worden.
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„Es ist eine andere Welt": Mit dieser Erkenntnis sind Schüler des Bischöflichen Gymnasi­ums Josephinum von einer Reise nach Indien zurückge­kehrt. Die 9.-Klässler haben dabei im Süden des Landes un­ter anderem ihre Partnerschü­ler am Josephinum in Kilachery besucht. Jetzt wollen sie die Kontakte intensivieren - und spätestens vor dem Abitur ihren Besuch wiederholen.

Den Duft der Blütenkränze wird Niklas Roller so schnell nicht ver­gessen. Wo immer der Josephiner mit seinen Mitschülern und Leh­rern zu Gast war, wurden ihnen solche Kränze überreicht - ein Be­grüßungsritual, an das die Schü­ler sich ebenso gewöhnen muss­ten wie an die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wurde. Bei ihrer Ankunft in den Schulen in Neerpair und Kilachery waren bei­spielsweise alle Schüler, jeweils über 1000 Kinder, versammelt. Im Dorf Purur standen die Menschen Spalier, um die jungen Deutschen willkommen zu heißen.

„In Neerpair wurde ein drei­stündiges Programm aufgeführt“, erinnert sich Katja Döring an die erste Begrüßungsfeier, zu der alle etwas beitragen wollten. Die Deutschen waren auch beim „Science-Day“ gefragt, als die in­dischen Schüler bei einem Pro­jekttag ihre Arbeiten präsentiert haben. „Die wollten sich gar nicht von uns trennen“, ist Niklas im­mer noch sichtlich überrascht von den intensiven Kontakten und dem persönlichen Interesse.

Lebhafter Eindruck vom Land

Ganz unterschiedliche Bereiche haben die fünf Schülerinnen und drei Schüler aus Hildesheim in Indien kennengelernt. Neben den Schulen und dem Wohnheim „Josephinum“ in Kilachery, das von ihrer Heimatschule finanziert wird, waren sie in einem Kranken­haus, einem Altenheim und einer Stickerei, haben die zum Weltkul­turerbe zählende Tempelanlage Mamalipuram besucht und eine Teefabrik besichtigt. Dabei wur­den sie mit neuen Sichtweisen konfrontiert, beispielsweise dass die Mädchen in der Stickerei einen Euro pro Tag verdienen: „Sie kön­nen im Gegensatz zur Arbeit auf den Feldern jeden Tag arbeiten und haben daher ein festes, re­gelmäßiges Einkommen“, weiß Niklas von der Bedeutung dieser Arbeit für die Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Im Süden Indiens gibt es zwar kein großes Problem mit Hunger, dennoch sei es eine andere Welt: „Die Menschen sind rund um die Uhr beschäftigt, um ihr Auskom­men zu haben", sagt Petra Schroll.

Ungewohnte Realität

Die besuchten Dörfer sind sau­ber, haben Wasser und Strom, teil­weise sogar Satellitenschüsseln, dennoch fühlten sich die Josephiner teilweise „wie im Mittelal­ter“: „Man kann sich nicht vorstel­len, jeden Tag so zu leben“, betont Petra Schroll.

Ungewohnt, fast beängstigend ist für die Schüler der Besuch in einem Altenheim, einem Raum, in dem 20 Betten mit alten Men­schen eng aneinandergereiht sind. „Wir wussten nicht, wie man helfen kann“, beschreibt Katja ih­re beklemmenden Gefühle. Für in­dische Verhältnisse jedoch ist das Heim für die Alten eine deutliche Verbesserung, da sich ansonsten keiner um sie kümmert.

All diese Eindrücke werden sie in den kommenden Wochen und Monaten an ihre Mitschüler in Hildesheim weitergeben. Denn das war der Grund für die Reise der Indien-AG: „Ich kann besser über etwas sprechen, wenn ich es kenne“, sagt Petra Schroll. Die seit gut zwei Jahren existieren­de Arbeitsgemeinschaft soll die Partnerschaft begleiten und bei­spielsweise zu Schuljahresbeginn jeweils die neuen 5. Klassen über die Projekte informieren. Dazu wollen sie die Kontakte zu den Schülern in Indien jetzt weiter ausbauen - und das nicht nur per E-Mail. Katja Döring bringt für ih­re Mitschüler den Wunsch nach der Reise auf den Punkt: „Noch mal!"

Josephiner unterstützen Josephiner

Seit 1995 unterstützt das Gymnasium Josephinum in Hildesheim ein Schülerwohnheim gleichen Namens im indischen Kilachery. Dort le­ben rund 100 Schüler, die aus ärmlichsten Verhältnisse stammen oder Waisen sind. Finanziert werden von den Hildesheimern dabei sämt­liche Kosten wie Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und Schulbücher. Das Geld dafür stammt größtenteils aus einem jährlichen Aktionstag, der von den Schülern in Eigenregie organisiert wird. Alle Josephiner arbeiten dabei einen Tag lang in Betrieben und Einrichtungen wie Bä­ckereien, Arztpraxen oder Altenheimen und spenden den Lohn dieses Tages. Mittlerweile kann aufgrund der vielen Spenden auch zusätz­lich ein Waisenhausprojekt in der Nähe unterstützt werden. Hier haben Kinder eine Bleibe gefunden, deren Eltern Opfer der Tsunami- Katastrophe geworden sind. Die Partnerschaft mit Indien ist durch Kontakte mit dem Verein „Aktion Indien“ entstanden, der von dem ehemaligen Josephiner Dr. Johannes Mispagel  gegründet worden ist.

19. November 2009

HAZ vom 16.11.2009: "Opfer und Kummer gab es genug"

Volkstrauertag: Schüler schmücken Gräber, Gedenkstunde im Rathaus und Kränze am Denkmal

volkstrauertag 2009

Hildesheim (ph). Bürgermeister Ekkehard Palandt fand die Anzeige in der HAZ. „Endlich, endlich Gewissheit!“ schrieben zwei Töchter eines toten Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Die Anzeige ist im Juni 2008 erschienen und zeigt, so Palandt gestern im Rathaus bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag, wie aktuell das Thema heute noch sei. Millionen von Toten, Millionen Verletzte an Leib und Seele, abrupt beendete Leben und Lebensentwürfe, zerbrochene Träume – das alles habe dieser Krieg angerichtet. Und das dürfe sich nicht wiederholen, „Opfer und Kummer gab es genug“. Der CDU-Politiker zitierte zum Schluss Willy Brandt: „Ohne Frieden ist alles andere nichts“, hat der Friedensnobelpreisträger gesagt, den die Nazis ins Exil gejagt hatten.

Nach Palandt ist also das Thema Krieg und Frieden weiter aktuell. Auch wenn die Rathaushalle nur halb gefüllt war, die Schüler des Gymnasiums Josephinum hoben das Thema mit neuen Aspekten in die Gegenwart. Nicht nur Jonathan Thalmann am Klavier und die Schwestern Sophie und Johanna Grinat mit ihren Geigen, auch der Literaturverein „Teutonia“, der literarische Texte zum Thema vortrug. Darunter Ilse Aichingers ergreifende Geschichte über ein jüdisches Kind, das noch von einer der wohl letzten Granaten des Krieges getötet wurde.

Neu war der Versuch, das Thema Gewalt und Versöhnung pantomimisch darzustellen. „Warum nicht?“, meinte eine Besucherin, die seit vielen Jahren regelmäßig teilnimmt, „ich finde, sie haben das gut gemacht“. Dem schloss sich auch Palandt an.

Auf dem Nordfriedhof legten Soldaten, die Stadt und zwei Vertreter des Sozialverbandes anschließend ihre Kränze am Denkmal für die getöteten Soldaten nieder. Wobei Palandt auch hier darauf hinwies, dass der Volkstrauertag nicht ein reiner Soldaten-Gedenktag sei. Er gedachte der Opfer der Vertreibung ebenso wie der Menschen, die durch die Gewaltherrschaft umgekommen sind. Der Toten des Ersten Weltkrieges wie der Menschen, die in unserer Zeit unter Hunger, Hass und Verfolgung leiden. Und auch der Menschen, die „hier bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde ums Leben gekommen sind“.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (gegründet 1919) betreut im Auftrag der Bundesregierung 827 Kriegsgräberstätten mit rund zwei Millionen Gräbern in 45 Ländern. Er hat rund 1,6 Millionen Mitglieder und Spender. Und betreut internationale Jugendbegegnungen auf den Friedhöfen. Die Opfer des Konfliktes in Afghanistan werden nicht auf zentralen Soldatenfriedhöfen beigesetzt, sondern in ihrer Heimat.