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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

02. November 2010

HAZ vom 02.11.2010: "Dann ist man fast in der Hölle"

Am katholischen Feiertag Allerheiligen warnt evangelischer Ex-Bischof vor Selbstüberhebung

Hildesheim (bar). Was macht eigentlich einen Heiligen aus? Der ehemalige evangelische Landesbischof und heutige Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler, fand es zumindest schon „fast heiligmäßig“, wie aufmerksam die Schüler des Josephinums seinen Vortrag zum Thema „Heilige und Vorbilder“ verfolgten. Anlass des Referates waren die Feiertage Reformationstag und Allerheiligen. Beide werden an dem katholischen Gymnasium gleichzeitig begangen werden, um den Schülern beider Konfessionen gerecht zu werden. Die letzten oberen Jahrgänge des Gymnasiums waren als Zuhörer eingeladen.

allerheiligen hirschler







Seine kirchliche Laufbahn begann er als  Schulpastor. Jetzt spricht der frühere Landesbischof Horst Hirschler vor Oberstufenschülern des Gymnasiums Josephinum. Foto: Barth

Für evangelische Christen, so stellte Hirschler heraus, seien keine besonderen Heldentaten nötig, um „Gott recht“ zu sein. Dafür reichten Glaube und Gottvertrauen, „da muss man nicht noch Klimmzüge am Kronleuchter machen“. Vollkommen Heilige gebe es ohnehin nicht: „Wir sind alle Sünder.“ Das gelte auch für die Kirche: „Die Kirche ist eine große Sünderin.“ Es sei aber möglich, sündig und gerecht, nämlich von Gott angenommen, zur gleichen Zeit zu sein. Heilige sehe man in der evangelischen Kirche eher als vorbildliche Christen, derer man gedenke.

Wenn ein Mensch einen anderen anrühre, ihn Gott nahe bringe, weil Christus durch ihn rede, dann erfülle dieser Mensch wohl in dem Moment die Rolle eines Heiligen, ohne es selbst zu wissen. Gefährlich sei es aber, wenn sich jemand selbst schon ganz heilig vorkomme: „Wenn man selber merkt, dass man heilig ist, dann ist man schon fast in der Hölle.“

Hirschler sprach über das Thema lebendig, humorvoll und am Beispiel von Diskussionen, die er mit Katholiken darüber geführt habe. Auch wenn man im Thema nicht zueinander gefunden habe, seien das oft fruchtbare Gespräche gewesen – „wir haben uns richtig gut verstanden“.

Wie Schulleiter Benno Haunhorst erläutert, lädt das Josephinum im Wechsel mal Vertreter der katholischen, mal der evangelischen Kirche ein. Für die überwiegend katholischen Schüler habe die Sicht des einstigen Landesbischofs einmal einen ungewohnten Blick auf die Heiligenverehrung ermöglicht.

Hirschler berichtete, in seinen eigenen Schülertagen sei eine solche Veranstaltung noch undenkbar gewesen. Da hätten sich Kindergruppen beider Konfessionen gegenseitig verdroschen und die Familien suchten den Bäcker oder Fleischer nach der Zugehörigkeit zu ihrer Kirche aus.

Von den Schülern nach der heutigen Situation der Kirche gefragt, erklärte Hirschler, Jugendliche fänden heute nur noch schwer den Weg in die Kirche: „Das ist meine größte Sorge.“

12. Oktober 2010

HAZ vom 12.10.2010: Europa in einem Klassenzimmer

Comenius-Projekt: Im Josephinum arbeiten Schüler und Lehrer aus fünf Ländern zusammen

Hildesheim (jaz). Was kann man tun, damit sich Europäer untereinander näher kommen? Eine Möglichkeit sind gegenseitige Besuche und gemeinsames Arbeiten. Am Josephinum haben Schüler und Lehrer aus fünf Ländern zwei Tage lang versucht, voneinander zu lernen.

comenius haz interview












Jana Hinz von der HAZ im Interview mit Cordelia Johnston von der COMENIUS-Partnerschule aus Hobro/Dänemark.

Am Ende hält sich Cordelia Johnston eine Spielzeug-Pistole an die Schläfe. Ihr Blick ist leer, ihre Augen sind verheult. Doch die 17-jährige Dänin drückt nicht ab. Sie lächelt, nimmt die Pistole herunter und verbeugt sich. Das Publikum soll über das Ende der Geschichte entscheiden. Die übrigen Schüler im Raum klatschen. Denn Cordelia Johnston ist für einige Minuten in die Rolle einer Frau geschlüpft, die an ihren Familienproblemen verzweifelt. Gemeinsam mit Schülern des Josephinums und Jugendlichen aus Italien, Frankreich und der Slowakei spielt die junge Dänin zwei Tage lang Theater. Das Ziel: Die Schüler sollen über typische Familienprobleme sprechen und herausfinden, wie in verschiedenen europäischen Ländern damit umgegangen wird. Sie tun dies im Rahmen des so genannten Comenius-Projektes. Pro Teilnehmer 800 Euro von der EU Zwei Tage lang arbeiten 35 Schüler und 21 Lehrer aus fünf Ländern am Josephinum zusammen, die meiste Zeit sprechen sie Englisch. Während sich Lehrer und Direktoren über Probleme und Schul-Ideen austauschen und ihre Länder vergleichen, spielen die Schüler Theater, drehen einen Film oder basteln an unterschiedlichen Kunstprojekten.

Insgesamt dauert das Comenius-Projekt zwei Jahre, in denen sich die Teilnehmer mehrmals in den verschiedenen Ländern treffen. Finanziert und unterstützt wird das Ganze von der Europäischen Union – pro Teilnehmer gibt es rund 800 Euro. Das Treffen am Josephinum ist nur ein kleiner Teil des zweijährigen Weges. „Es geht darum, dass europäische Schulen zusammenarbeiten, sich näher kommen und voneinander lernen“, erklärt  Maria Homeister, die das Projekt am Josephinum leitet. Für jedes Treffen bestimmen die Lehrer ein Thema – diesmal sind es Familienstrukturen. „Es geht zum Beispiel darum, wie berufstätige Mütter in den jeweiligen Ländern vom Staat unterstützt werden“, sagt Homeister. Prinzipiell gelte: In unterschiedlichen Ländern gibt es ähnliche Probleme, daher könne man sich austauschen.

„Comenius ist eine gute Möglichkeit, um andere Menschen kennenzulernen, außerdem liebe ich Theater“, sagt Cordelia Johnston. Als ihre Schule im dänischen Hobro sie fragte, ob sie für zwei Tage mit nach Hildesheim reisen wolle, sei sie sofort begeistert gewesen. „Ich kannte Comenius schon vorher, es ist einfach toll voneinander zu lernen.“

Das findet auch Monica Andersen. Die 17-Jährige kommt ebenfalls aus Dänemark und arbeitet im Kunstraum des Josephinums an Giacometti-Figuren aus Pappmaché. „Ich stelle dar, wie sich zwei geschiedene Eltern um ihr Kind streiten“, erklärt Monica. Neben ihr sitzt Kirstin Kemper und hilft beim Basteln. „Es entstehen richtige Freundschaften“, erzählt die 15-jährige Josephinerin. „Und das Witzige ist: Manche Vorurteile bestätigen sich. Die Italiener sind sehr offen und laut, die Slowaken eher zurückhaltend, die Franzosen rauchen, und die Dänen sind sehr sozial.“


28. September 2010

HAZ vom 28.09.2010: "Lebendiger Domschatz" feiert

Ehemaligenverein des Josephinums hat jetzt 2200 Mitglieder – Tendenz steigend

Hildesheim (ph). Das Gymnasium Josephinum, sagte Schulleiter Benno Haunhorst, „ist der lebendige Domschatz“. Das hörten die ehemaligen Schätze gern, die sich zum Wiedersehen beim alljährlichen Josephinerfest trafen. Die Jubilare wurden geehrt, und der Ehemaligenverein pflegte Kontakte zur heutigen Schülerschaft. Dazu gehören Zuschüsse an Schülervereine und Arbeitsgemeinschaften und der Josephinerpreis an Schüler, die sich weit über die Schule hinaus verdient gemacht haben. Dieses Jahr war klar, wer den Preis bekommt: Wenn der Bundespräsident höchstpersönlich seine Unterschrift neben die von Bischof und Landesbischöfin setzt, ist klar, dass die spektakuläre Aktion mit dem 700 Meter langen Stoffband zum Michaelisjubiläum ausgezeichnet wurde.

An die tausend Schüler haben mitgemacht, Initiatorin war die Lehrerin Dr. Sabine Schreiner. Beim Pizza-Essen mit ihren Schülern kam die Idee auf und begeisterte Schüler wie Maren Westendorf und Andreas Schröter aus dem 6. Jahrgang (sie stellten das Leben der Kaiserin Theophanu dar) ebenso wie Kirstin Kemper, die die Wege Bischof Bernwards malte und den Abiturienten Lukas Schrader: „Da haben wir fürs Leben gelernt, dass man etwas schaffen kann“. Der Präsident war jedenfalls schwer begeistert, berichtete Marie-Louise Herrmann, die direkt daneben stand. Und der Verein auch. Den Josephinerpreis überreichte Vorsitzender Wilfried Haller an die ganze Gruppe, zu der auch der jetzt in den Ruhestand verabschiedete Kunstlehrer Herbert Nitsche gehört.Unter dessen Leitung entstand das schmiedeeiserne Gestell für das 700-Meter-Band.







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n einer Modenschau stellten Schülerinnen und Schüler des Josephinums den Ehemaligen eigene T-Shirts und Trikots des Josephinums vor.
Foto: P. Hartmann
modenschau josephinerfest

Die jüngsten Josephiner unterhielten die Ehemaligen mit Musik, Mode und Sportvorführungen, aber auch die Senioren verstanden, sich zu amüsieren. Wie Karl Hagemann aus Borsum („nicht Harsum!“), der vor 70 Jahren anno 1940 das Abitur bestanden hat. Er ist damals noch mit Schülermütze an den Domhof gezogen. Vor fünf Jahren, erinnerte er sich, hätten einige gelacht, als er angekündigt hatte, zum 70. wiederzukommen. „Heute lache ich.“ Und auf die Frage, ob er nächstes Jahr wieder dabei ist, antwortete er „wie der Kaiser Franz es immer sagt: Schaun mer mal!“

Lustiges und Nachdenkliches hatten die Senioren zu berichten. Wie sie im Krieg zum Dachdecken nach Bombenangriffen eingesetzt wurden. Oder wie der erste Fürsorgezögling an das Kirchengymnasium kam – und so gut war, dass er Mathe-Nachhilfe in der Klasse 13 geben konnte (als Elftklässler). Applaus auch für den Harsumer Heinz Wedig. Der war als Schüler wegen eines Herzfehlers vom Sport befreit – und bekam jetzt in Berlin als langjähriger Marathonläufer das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um den Sport.

Zufrieden mit der Mitgliederentwicklung äußerte sich Winfried Haller, Vorsitzender des Josephinervereins. Inzwischen trete etwa 80 Prozent jedes Jahrgangs dem über 100 Jahre alten Verein bei, dessen Mitgliederzahl bei 2200 liegt. Schatzmeister Eberhard Ulmer berichtete, dass die Überschüsse der Vereinsarbeit auch diesmal voll der Schule zugute kämen. Nur die 1100 Euro aus der Gottesdienst-Kollekte nicht: Die helfen der Partnerschule in Südindien. Ebenfalls zufrieden mit der Entwicklung der Schule zeigte sich Benno Haunhorst. Er stellte heraus, dass die Josephiner nicht nur mit überdurchschnittlichen Leistungen und in Wettbewerben glänzten, sondern sich auch im Sozialen hervortun. „Was nutzen uns Menschen, die im Kopf gut sind, aber kein Herz haben?“ Künftig werde sich die Schule besonders mit Schülern beschäftigen müssen, die „nicht christlich sozialisiert sind“. Auch nehme die Zahl der Schüler mit Erziehungsdefiziten zu. Haunhorst: „Aber wir sind gut aufgestellt.“

28. September 2010

HAZ vom 28.09.2010: Einstiger Josephiner als Missionar in Japan

Hans Wehmeyer zu Besuch in Hildesheim / Jesuitenpater will seinen Glauben durch gutes Beispiel verbreiten
missionar wehmeyer










Pater Hans Wehmeyer ist aus Anlass seines goldenen Abiturjubiläums in Hildesheim. Foto: Barth

Hildesheim (bar). Er ist von seinem Auftrag überzeugt und sieht sich dennoch als Auslaufmodell: Jesuitenpater Hans Wehmeyer hat Hildesheim zur Feier seines goldenen Abiturjubiläums am Josephinum einen Besuch abgestattet und berichtete vor ehemaligen Mitschülern und anderen Interessierten von seiner Arbeit als Missionar in Japan. „Sie müssen gut hingucken“, sagte er, „Sie werden nicht mehr viele wie mich zu sehen kriegen.“

1965 kam der Pater auf eigenen Wunsch nach Japan, blieb dort 45 Jahre und will in seiner neuen Heimat auch alt werden. Inzwischen bewege er sich wie ein Einheimischer durch die Stadt Kamakura, südwestlich von Tokio, erzählte Wehmeyer. Zumal er normale Zivilkleidung trägt und äußerlich als Jesuitenpater nicht zu erkennen ist. Doch in mancher Hinsicht bleibe er wohl immer Deutscher – die Art der Japaner, sich in höflichen Andeutungen auszudrücken, anstatt Wünsche direkt auszusprechen, sei ihm fremd geblieben.

Als er in den 60er Jahren in Japan eintraf, wurde er noch überall angestarrt. Er erlernte die Sprache über das Englische und wurde Englischlehrer für japanische Schüler. Seitdem sich das Land im 20. Jahrhundert für Ausländer wieder geöffnet habe, seien Christen vor allem als Gründer von Schulen und Universitäten in Japan willkommen gewesen. Für ihn, so erläuterte Wehmeyer, verbinde sich seine Aufgabe als Lehrer mit der Aufgabe der Mission ohne Widerspruch.

Zwar gebe es an seiner Schule keinen Religions-, wohl aber Ethikunterricht. Hier sei Raum, christliche Wertvorstellungen zu vermitteln. Bibelkunde wird als freiwillige Arbeitsgruppe angeboten. Auf die Schüler soll kein Druck ausgeübt werden, die fremde Religion anzunehmen.

Das wäre auch kaum möglich, vermutet Wehmeyer. Für den Katholizismus und überhaupt das Christentum sei der Zugang zu Japan schwierig. Etwa eine halbe Million Menschen, weniger als ein Prozent der Bevölkerung, sind katholisch. Die Kirche werde im Alltag kaum wahrgenommen. „In der Stadt ist der Schulleiter bekannter als der Bischof.“

Zum Teil rühre das daher, dass viele Symbole, Rituale oder Geschichten aus der Welt der Katholiken der japanischen Kultur fremd seien – Brot und Wein, Hirten und Schafe, damit verbinde sich für die Japaner nichts. Wer christliche Weltanschauung dort verbreiten wolle, müsse einen anderen Blickwinkel einnehmen, zu Anpassungen bereit sein und Respekt auch vor dem vorhandenen Glauben im Land haben, meint der Pater. „Es gibt sehr gute Heiden. Man hat oft Schwierigkeiten mit den Katholiken, nicht mit den Heiden.“

Dennoch sieht es Pater Wehmeyer durchaus als seine Aufgabe an, seinen Glauben zu verbreiten: Was für ihn richtig sei, das wolle er auch weitergeben. Doch ohne Druck – in den 45 Jahren habe er keinen einzigen Menschen in Japan getauft. Aber habe er mit vielen Menschen über Religion gesprochen, habe durch sein Vorbild seinen Glauben vorgelebt. Darin sieht er die Zukunft der Mission: Im guten Beispiel christlicher Familien. „Anders läuft’s nicht.“