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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

18. April 2011

HAZ vom 7.04.2011: Im ersten Erstligajahr saß er noch ehrfürchtig auf der Tribüne


niklas tharsenNiklas Tharsen ist das einzige Eigengewächs im Zweitligateam der TSV/48-Volleyballer. Er hat schon Urnen hergestellt und arbeitet jetzt im Krankenhaus.


Von Andreas Kreth (Fotos: Gossmann)

Hildesheim. Gefühlt sind Dirk van Zwoll oder Hauke Wagner längst „echte“ Hildesheimer. Doch im künftigen Erstligateam des TSV Giesen/48 Hildesheim gibt es nur ein wirkliches Eigengewächs, das hier groß geworden ist und tatsächlich im Verein mit dem Volleyballspielen begonnen hat: Niklas Tharsen (21). Sein Elternhaus steht in Emmerke, und dort wohnt er auch heute noch.

Seine fünf Jahre ältere Schwester Johanna hatte Schuld. Die spielte nämlich auch in Giesen Volleyball, schaffte es später sogar bis in die Regionalliga. Der kleine Niklas machte es ihr nach und fing als Siebenjähriger beim TSV an. „Da hatte ich meinen Spaß, außerdem entstanden beim Sport einige Freundschaften, deshalb blieb ich dabei“, sagt er. Parallel spielte er auch Tennis, brachte es bis zur Mannschafts-Kreismeisterschaft, brach dann aber doch recht schnell mit dem Weißen Sport ab und widmete sich künftig ausschließlich dem Volleyball.

Im Verein erkannte man schnell sein Talent. Heute sagt sein Zweitligatrainer Michael Schöps: „Niklas ist jung und hat die Möglichkeiten, sich auch ins Erstligateam zu spielen.“ Das wäre dann der bislang größte Erfolg des TSV-Eigengewächses. Als Junge hatte Tharsen zunächst nur trainiert und Meisterschaften gespielt. Eine Punktrunde gab es nicht. „Ich wurde ein paarmal Dritter der Landesmeisterschaften, kam so aber leider nie weiter zur Deutschen Meisterschaft.“

Immerhin wurden dabei auch die Landestrainer auf den Emmerker aufmerksam. Schon als C-Jugendlicher bekam er eine Berufung in den NVV-Kader und absolvierte Trainingseinheiten im Volleyball-Internat in Braunschweig oder beim Landessportbund in Hannover. Als A-Jugendlicher erkämpfte er mit dem Landeskader den fünften Platz im Bundespokal. Damals übrigens noch als Diagonalspieler.

Auf dieser Position vorn am Netz spielte er anfangs immer – bis er 2009 ins Zweitligateam aufgenommen und zum Außenangreifer umfunktioniert wurde. Der Weg dahin führte über die Giesener Reserve. Bereits mit 16 stieß Niklas Tharsen zum Kader und wurde auf Anhieb Stammspieler. „Nach dem Erstliga-Abstieg rutschte ich hoch ins I. Team, bekam aber zunächst nur wenige Einsätze.“ Am längsten auf der Platte stand er damals beim letzten Saisonspiel gegen den schon feststehenden Meister Bayer Leverkusen, das mit 3:2 gewonnen wurde.

Die Saison 2010/11 begann für den 1,90 Meter großen Dunkelblonden mit einer Verletzung. Schonnach dem zweiten Spiel zog er sich im Training einen Kapselriss im Daumengelenk zu: „Das war’s dann mit der Hinrunde, dachte ich.“ Tatsächlich stand der 84-Kilo-Mann erst Ende November wieder im Kader, kurioserweise übrigens auch wieder gegen Leverkusen. Eingesetzt wurde er aber noch nicht. Das Pech eines anderen wurde zu seinem Glück. Nachdem sich Dirk van Zwoll verletzt hatte, rückte Tharsen im Januar beim Spiel in Kiel auf die Position des Außenangreifers. Und er nutzte seine Chance, seine Stärken wie zum Beispiel seine Aufschläge zu präsentieren. „Zwolli“ lobte den Kollegen nach dem 3:0-Sieg gegen Schöneiche mit den Worten: „Der ist so stark, der muss durchspielen.“

Auch wenn er zuletzt in Lintorf leicht schwächelte, so will der Außenangreifermit seinen Mannschaftskameraden das „Projekt weiße Weste“ noch erfolgreich beenden. An diesem Wochenende sind die Giesen/Hildesheimer spielfrei, zum Saisonabschluss mit Aufstiegsparty erwarten sie den VCB Tecklenburger Land am 16. April in der Halle 39.

Was fasziniert den 21-Jährigen am Volleyball? „Es ist ein Mannschaftssport. Wenn ein Rädchen nicht funktioniert, funktioniert die ganze Maschine nicht. Und es ist ein eleganter Sport.“ Auch für Fußball kann sich Niklas Tharsen erwärmen. Er selbst kickt manchmal am Wochenende mit Freunden und besucht gern die Heimspiele des Bezirksligisten TSV Giesen, für den sein Großcousin Benedikt Pagel spielt: „Die haben auch ’ne gute Truppe. Es ist Qualität da.“ Der Volleyballer ist Fan von Werder Bremen, nennt Claudio Pizzaro als seinen Lieblingsspieler. „Leider dürfen wir im Training während der Saison kein Fußball spielen, wohl wegen der Verletzungsgefahr. Aber jetzt durften wir mal“, glänzen seine grauen Augen.

niklas tharsen 2













In Aktion: Seit seinem siebten Lebensjahr spielt  der Emmerker für den TSV Giesen.

Am 30. Mai 1989 in Hildesheim geboren, hatte der kleine Niklas nach der Emmerker Grundschule das Hildesheimer Josephinum besucht. 2008 machte er sein Abitur. Um Geld zu verdienen, jobbte er auf einem Bauernhof oder in der Urnenherstellung bei der Haseder Firma Völsing. Während eines dreimonatigen Praktikums im Bernward Krankenhaus stellte er fest: „Das ist was für mich.“ Gesagt – getan: Seit dem vergangenen August wird Niklas Tharsen dort zum Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet. Bislang hat er Schichtdienst und Spielplan immer gut auf die Reihe bekommen: „Das hat diese Saison wunderbar geklappt.“

In seiner Freizeit geht er gern ins Kino (Action, Horror, Comedy) oder trifft sich mit Freunden. Er trinkt am liebsten Fanta und schwärmt von Omas Bohnen, Falschem Hasen und reichlich Soße: „Da könnte ich mich reinsetzen.“ Weil er gerade sein Abi baute und außerdem mit der Reserve im Einsatz war, hatte Niklas Tharsen den ersten Erstliga-Aufstieg des TSV im Jahr 2008 „gar nicht so richtig mitbekommen. Deshalb habe ich es jetzt vielleicht umso mehr genossen. Geil war auch die Cabrio-Tour nach dem Titelgewinn – nur schade, dass es an dem Tag so kalt war.“

Die Mannschaften von damals und heute seien überhaupt nicht miteinander vergleichbar, meint der Spieler. Im ersten Erstligajahr saß er oft ehrfürchtig auf der Tribüne der Halle 39. „Damals war für mich undenkbar, dass ich eventuell die Chance kriegen würde, selbst in der 1. Liga zu spielen.“ Im Moment trainiert er achtmal die Woche, um sich den Traum zu erfüllen: Erster echter Giesener im Oberhaus der Volleyballer.



18. April 2011

HAZ vom 13.04.2011: Gerade 14 – doch er hat den Journalismus schon im Blut

hendrik heilmann






Hendrik Heilmann zu Gast in der Redaktion. Besonders interessiert ihn der Sport und das Lokale. Foto: Gossmann

Hildesheim (pr). „Über links dringt Cherundolo in den Strafraum ein, sieht den freistehenden Ya Konan am Elfmeterpunkt. Cherundolo passt auf den Ivorer, eine kurze Drehung, Schuss und Tor, Tor, Tor.“ Hendrik Heilmann reißt die Arme hoch. Der 14-Jährige hat den Ball im Stile eines Ya Konan im Netz versenkt und obendrein die Szene in bester Radiomoderator-Manier kommentiert.

So einen muss es einfach in den Journalismus ziehen. Manchmal genügen schon ein paar Artikel,um einen Jungen für die Tageszeitung zu begeistern. Wie hat der VfV gespielt, was machen die Volleyballer vomTSV/48, was gibt‘s Neues von Hannover 96? Es sind Themen wie diese, die der Josephiner morgens am Frühstückstisch verschlingt wie andere ihr Müsli. Irgendwann, da ist sich der Junge aus Ochtersum sicher, wird auch sein Kürzel vor den Artikeln stehen. „Ich bin nicht so der Mathematiker und schreibe lieber. Ingenieur werde ich jedenfalls nicht.“ Das ist für ihn schon mal klar.

Die ersten Sporen als Reporter hat er sich bereits beim HAZ Olympiacamp verdient, als er eine Woche lang über das Geschehen auf der Jowiese berichtete. „Man muss schon seine Angst überwinden und die Leute anquatschen“, sagt Hendrik über seine ersten Interviews. Doch mit jeder Frage wurde er sicherer, legte die Scheu schließlich ganz ab. Denn am Ende des Tages sollte ja ein ordentlicher Artikel in der Redaktion abgeliefert werden. Schade nur, dass der Ausflug in den Journalismus schon nach einer Woche wieder endete. Denn Hendrik war gerade erst 13 Jahre. Und damit um ein Jahr zu jung für eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter, hatte ihm Sportredakteur Ulrich Hempen damals gesagt. Hempen war bass erstaunt, als bei ihm Ende Februar das Telefon klingelte: „Uli, ich bin jetzt 14“, meldete sich Hendrik gleich nach seinem Geburtstag. Klar, dass der Nachwuchsreporter bei passender Gelegenheit seinen ersten Auftrag bekommen wird.

Am liebsten natürlich für das Sportressort, wo sich der Schüler bestens auskennt. Zu jedem Heimspiel von VfV Borussia 06 nimmt er seinen Notizblock mit, um alle spielentscheidenden Szenen, Tore, Ecken, gelbe und rote Karten festzuhalten. Wie vertraut er mit den Fußballern ist, konnte er neulich im Stadtbus unter Beweis stellen. Da saß ihm doch tatsächlich Tae Yun Lim aus dem Hildesheimer Oberliga-Kader gegenüber, dem Hendrik gleich die Daumen für die nächste Partie drückte.

Aber auch als Lokalreporter würde er eine gute Figur abgeben, denn Hendrik hat ein Auge für das Geschehen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Als die Stadt neulich eine Baustelle direkt vor seiner Haustür einrichtete, hielt er jeden Baufortschritt mit der Digital-Kamera fest.

Um den Zeitungsmachern einmal über die Schulter schauen zu können, lud die HAZ den Jungen jetzt in die Redaktionskonferenz ein. Eifrig verfolgte der Gast die Blattkritik und die Planung für die nächste Ausgabe. Als das Sportressort an der Reihe war, spitzte Hendrik ganz besonders die Ohren. Ob dieses Mal wohl das Thema Basketball angesagt werden würde? Nein, kein Bericht über Basketball geplant. Allerdings zeigte der Nachwuchsspieler durchaus Verständnis, dass bislang noch kein Artikel über sein Team erschienen ist: „Das wäre wohl zu deprimierend, denn wir sind die schlechteste Truppe im ganzen VfV und haben noch kein einziges Spiel gewonnen“, meinte der Junge mit der gehörigen Portion Selbstkritik.

Aber die ist für einen angehenden Journalisten ja nicht die schlechteste Eigenschaft.

02. Januar 2011

HAZ vom 31.12.2010: Margot Käßmann springt über den Schnee – und landet bei den Lesern auf Platz eins

bild des jahres

Man nehme einen Schneehaufen, drei geistliche Würdenträger und einen flinken HAZ-Fotografen – und schon ist das Bild des Jahres im Kasten. 16 Motive hatten Chris Gossmann und Andreas Hartmann zur Wahl des schönsten Bildes 2010 gestellt – abstimmen konnten die Leser auf der HAZ-Homepage. Die Antwort war eindeutig: 46,8 Prozent entschieden sich für Margot Käßmanns Sprung über den Schnee. Dabei hätte es das Bild beinahe gar nicht gegeben. „Das kommt aber nicht in die Zeitung“, rief die damalige Landesbischöfin dem HAZ-Fotografen Chris Gossmann zu, als sie mitbekam, dass er ihren eleganten Satz über die rutschige Eismasse mit seiner Kamera festgehalten hatte. Doch ein Blick auf das Display von Gossmanns Kamera überzeugte sie: So schlimm sah ihr kleiner Hopser gar nicht aus. Im Gegenteil. Zusammen mit ihren „Unterstützern“, Superintendent Helmut Aßmann und Weihbischof Hans-Georg Koitz, sorgte Käßmann für einen spritzigen Moment während der formellen Michaelis- Feierlichkeiten. Das finden auch die HAZ-Leser gut. Und haben den sympathischen Schneesprung zu Recht auf Platz eins gewählt. (jus)

27. Dezember 2010

HAZ vom 27.12.2010: Der Tag, an dem die Gestapo kam

Der ehemalige Josephiner Gerhard Gustav Koch wurde 1942 als 14-Jähriger von der Geheimen Staatspolizei verhaftet

Hildesheim (wü). Der Montag im Juni 1942 ist einer jener Tage, die Gerhard Gustav Koch nie vergessen wird. Deutschland steht unter der Schreckensherrschaft des Nazi-Regimes, der Zweite Weltkrieg tobt an allen Fronten, noch ist Hildesheim verschont. Es ist um die Mittagszeit und sommerlich warm. Koch ist auf dem Heimweg von der Schule, er besucht das Gymnasium Josephinum. Bis zur elterlichen Wohnung in der Jakobistraße ist es nur ein Katzensprung. Als der 14-Jährige die Holztreppe in dem alten Patrizierhaus emporsteigt, schwant ihm Böses. Seine Mutter steht weinend in der Wohnungstür, hinter ihr zwei Männer. „Vater ist im Werk festgenommen worden“, schluchzt Elisabeth Koch. Das Werk, das ist das Senkingwerk, in dem Theodor Koch als Buchhalter arbeitet.

gerhard gustav koch






Gerhard Gustav Koch schaut sich Fotos aus seiner Jugendzeit an. Die Erinnerungen sind nicht immer gut. Als 14-Jähriger wurden er und seine Eltern von der Gestapo verhaftet. Foto: Hartmann

Der lange Arm der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) hat die Familie im Griff. „Sie müssen mitkommen“, sagt einer der beiden Männer, ein Gestapo-Mann. Warum, das würden sie später erfahren. Sein Begleiter, ein Polizist namens Westermann, nickt. Gerhard Gustav Koch, ein keckes Bürschchen, reizt die Staatsmacht. „Ich muss erst noch Mittagessen“, sagt er und erntet dafür bitterböse Blicke. Aber man lässt ihn essen, es gibt Schnippelbohnen. „Dabei habe ich die gehasst“, sagt Koch und schmunzelt.

Seine Mutter packt die nötigsten Sachen zusammen, dann führt der Weg direkt in die Gestapo-Zentrale in der Gartenstraße, eine große Villa, deren jüdischer Besitzer enteignet worden war. Im Keller haben die Nazi-Schergen 20 Zellen eingerichtet. Elisabeth Koch und ihr Sohn kommen hinter Schloss und Riegel, jeder für sich. Stunden zuvor war auch Kochs Vater in dem Keller inhaftiert, er sitzt inzwischen in Hannover in Haft.

Es folgen Verhöre, Tag für Tag, drei Wochen lang immer dieselbe Frage: „Was hat dein Vater auf der Schreibmaschine geschrieben?“ Gerhard Gustav Koch hat keine Antwort darauf, er weiß es schlichtweg nicht – genau wie seine Mutter. Nach drei Wochen lässt die Gestapo den Jungen frei. Zuvor muss er noch eine Erklärung unterschreiben. Darin verpflichtet er sich, niemandem etwas über seine Inhaftierung zu erzählen. Bei Nachfragen soll er angeben, dass er zur Erholung geschickt wurde. „Die Gestapo wollte unter allen Umständen verhindern, dass ihr Treiben publik wurde“, sagt Koch.

Für seine Eltern war die Odyssee damit noch nicht beendet. Elisabeth Koch musste drei Monate im Gefängnis bleiben, ihr Mann sogar ein halbes Jahr.

Erst viel später, nach dem Krieg, erfährt Gerhard Gustav Koch den Grund für die Festnahme. Sein Vater hatte einen Hirtenbrief des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen in dreifacher Ausfertigung auf seiner Schreibmaschine abgetippt. In dem Hirtenbrief prangerte Galen öffentlich die Euthanasie an, die Tötung kranker und behinderter Menschen durch die Nazis.

Theodor Koch hatte ein Exemplar des bischöflichen Papiers auch im Senkingwerk verteilt. Es dauerte nicht lange, bis die Kopie des Hirtenbriefs auf dem Schreibtisch des Werkdirektors lag. Der Mann, ein strammer Nationalsozialist, informierte daraufhin die Gestapo.

Der menschenverachtenden Euthanasie fiel auch eine junge Frau aus Gerhard Gustav Kochs Nachbarschaft zum Opfer. Paula, eine geistig Behinderte, wohnte im selben Haus in der Jakobistraße. Eines Tages war sie verschwunden. Erst nach vier Monaten erhielt Paulas Mutter eine traurige Nachricht. Ihre Tochter sei leider in einem Krankenhaus gestorben – an einer Grippe.