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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

14. März 2013

HAZ vom 13.3.2013: Mädel im Klassenzimmer? Nicht bei ihnen

Abitur vor 50 Jahren: Elf alte Josephiner blicken zurück auf eine Schulzeit, in der Jungs unter sich blieben

abi 50 hazHildesheim (dor). 25 Schüler der Klasse 13 des damaligen Jungen-Gymnasiums Josephinum bestanden im Februar 1963 das Abitur. Darauf verschlug es sie in viele Richtungen. Der eine landete in Berlin, der andere im Emsland und den nächsten zog es „nur“ nach Bad Salzdetfurth. Nun kamen elf Männer zusammen, um ihr 50-jähriges Jubiläum gemeinsam zu feiern.

Seit ihrer Reifeprüfung hat sich einiges geändert im Josephinum: Der alte Klassenraum in der ersten Etage wird heute als Ruheraum verwendet. Der Treffpunkt der Schüler, die Pausenhalle, existierte 1963 in der Form noch nicht einmal. Und mit Neugier schauten sich die Abiturienten mit Goldstatus im Physikraum um: Holztische gibt es nicht mehr. Schulleiter Benno Haunhorst las aus dem Jahrgangsbericht von 1963 vor. „Morgen, Männer!“, hat es damals geheißen, als Lehrer Anton Theysen in den Klassenraum kam. Mädchen gab es auf dem Josephinum seinerzeit noch nicht. Was heute nur selten zu sehen ist – wie etwa die reine Mädchenklasse auf der Marienschule – war damals gang und gäbe.

Volker Trommsdorff, einer der Jubilare, erinnerte sich an Ereignisse aus seinem sechsten Schuljahr, als er noch das Andreanum besuchte. Da bekam die Klasse erstmals eine Mitschülerin: „Wir waren aufgeregt. Erstmal hat sie den ganzen Klassenverband etwas durcheinander gebracht.“ Interessant sei es allemal gewesen, fügte er an. Ein Jahr später wechselte Trommsdorff die Schule, kam in den reinen Männerverbund. Benno Haunhorst ist froh, dass die Geschlechter auf dem Josephinum zusammen unterrichtet werden: „Mädchen haben andere Vorzüge als Jungen. Sie ergänzen sich durch unterschiedliches Sozialverhalten und lernen voneinander.“

10. März 2013

HAZ vom 8.3.1013: Savoir-vivre im Josephinum

Sechst- und Siebtklässler werben für das Schulfach Französisch – mit Boule und Crêpes

Hildesheim (ide). Im Foyer duftet es nach frischen Crêpes und Quiche, in einem Nebenraum singen Kinder französische Lieder – ein soirée francaise im Gymnasium Josephinum hat zahlreiche Kinder angezogen. Einmal im Jahr stellt die Fachgruppe Französisch des Gymnasiums ihre Arbeit vor, natürlich auch, um die anwesenden Grundschulkinder und Fünftklässler von der Sprache zu überzeugen.

„Wir haben erkannt, dass wir Werbung für das Fach machen müssen“, sagt Ute Grahl, eine der Betreuerinnen in der Fachgruppe. Französisch sei nicht mehr so beliebt wie früher, daher sei es wichtig, den jungen Schülern zu zeigen, dass die Sprache gar nicht so schwer ist, wie alle denken. Damit dies gelingt, zeigen die Sechst- und Siebtklässler kleine Theaterstücke und singen französische Rapsongs. „Der Grundgedanke ist dabei, dass wir die Sprache spielerisch gestalten“, erläutert Grahl. Die Schüler würden die Sprache leben und durch die Anerkennung mehr Selbstvertrauen in ihre Redefertigkeiten gewinnen. Damit auch die Grundschüler und Fünftklässler sich beteiligen können, hat die Fachgruppe ein buntes Programm organisiert. Während in einem Raum zahlreiche Kinder ein französisches Lied einüben, lernen andere bei einem Wörterrätsel erste Vokabeln kennen. Wer dann keine Lust mehr auf lernen hat, kann sichin Frankreichs Nationalsport Boule versuchen. „Es geht uns ja nicht nur darum, für die Sprache zu werben, sondern auch schon ein bisschen die Kultur zu vermitteln“, meint Grahl. Dabei sei es vor allem wichtig, den Geschmack und die Vorlieben der Jugend zu treffen.

boule
Viel Spaß beim französischen Nationalsport Boule haben Kilian Barfuß, Badin Mahuodi, Merle Hofmann und Marleen Dereymaeker. Foto: Seidenfaden (HAZ)



Bei den Kindern kommt dieser Mix gut an. „Ich glaube, ich werde Französisch nehmen“, sagt Merle Hofmann. Die Wahl wurde aber auch von ihrem Bruder beeinflusst, „denn der findet Französischrichtig gut“. Lukas Daemi dagegen fühlt sich cool: Mit anderen Schülern der sechsten Klasse hat er ein Theaterstück komplett auf Französisch vorgeführt.








18. Januar 2013

HAZ vom 12.01.2013: Josephiner heben ab

Planspiel Börse: Luftfahrt-Aktien bescheren ersten Platz

Hildesheim (ona). Oft liegen zwischen hohen Gewinnen und niederschmetternden Verlusten nur wenige Tage. Auf dem Aktienmarkt ist Fingerspitzengefühl gefragt. 211 Teams aus zehn Schulen aus Stadt und Landkreis haben das beim Börsenspiel der Sparkasse nun selbst erfahren. Sie bekamen ein Startkapital von 50 000 Euro, um es auf dem Aktienmarkt geschickt anzulegen und zu vergrößern. „Es kommt darauf brsenspiel 2013 1. platz homean, zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen, aber dann auch wieder in das Spiel einzusteigen“, weiß Wilhelm Schröder von der Sparkasse Hildesheim, der das Planspiel betreut. Dabei darf man sich nicht nur auf bekannte Konzerne verlassen. Apple-Aktien haben sich zum Beispiel als Flop erwiesen.

Nach zehn Wochen wurde abgerechnet. Die Teams mit den höchsten Gewinnen lud die Sparkasse Hildesheim jetzt zur Siegerehrung in ihre Filiale in der Rathausstraße ein. Die Nase vorn hat in der Gesamtwertung das Team „Status quo“ vom Josephinum. Tim Martinez, Alexander Haag, Christian Peschterliew und Khoa Tran (Foto links) investierten in die Luftfahrtindustrie. Die 15-Jährigen erwarben unter anderem Aktien von Lufthansa und EADS – offenbar die richtige Strategie. „Ich habe vor Beginn des Spiels in der Zeitung die Aktienkurse studiert“, erklärt Martinez die Entscheidung der Gruppe. Jeden Tag habe er dann die Entwicklung an der Börse verfolgt. Alle Käufe schlossen die Sieger innerhalb der ersten zehn Tage ab und ließen die Wertpapiere dann für sie arbeiten: „Die Provision, die man beim Kauf immer zahlen muss, hätte uns den Gewinn kaputtgemacht“, sagt Haag. Die Gewinner-Gruppe konnte ihr Startkapital um knapp 6.130 Euro erhöhen.

Geehrt wurden neben den Gesamtsiegern auch die Teams, die ihre Gewinne erwirtschafteten, indem sie auf nachhaltige Unternehmen setzten. Hier schnitt das Team „Börsenfreaks“ mit Eike Konrad Helmsen, Magnus Müller und Nicolas Reichstein von der Marienschule am besten ab. In Niedersachsen holten „Status quo“ den dritten Platz und dürfen mit zur Landesehrung. Neben einer Urkunde überreichte ihnen Schröder auch einen Geldgewinn in Höhe von 300 Euro. Für die Zweitplatzierten gab es 200, für die Drittplatzierten 100 Euro. Martinez und seine Mitstreiter wollen ihr Geld aber nicht gleich wieder in Aktien anlegen. Alle drei wollen es erst einmal sparen.















Den 3. Platz belegte das Team "Auf Kurs" mit Erik Burmester, Christopher Mitschke, Hendrik Heilmann und Dominik Woiwode (Klasse 10a)
brsenspiel 2013
05. Januar 2013

HAZ vom 5.1.2013: Leunis und Nilpferd hüten Schatz im Studierstübchen


In einer Kammer unter dem Dach bewahrt das Josephinum eine der bedeutendsten Schulsammlungen des 19. Jahrhunderts auf

Text: Marita Zimmerhof

Fotos: Julia Moras

leunis haz2Wenn am Josephinum früher jemand nach Jürgen Selck fragte, bekam er oftmals zur Antwort, dass der sicherlich wieder „oben“ sei. Heute ist der Oberstudienrat längst pensioniert. Aber nach oben geht er noch immer gern. Zunächst über die ausgetretenen breiten Treppen, über die schon Tausende von Schüler gerannt sind, dann über eine versteckte hölzerne Stiege, die an ihrem Ende ein geheimnisvolles Ziel erahnen lässt, bis hoch unter das Dach. Nun noch durch ein Studierzimmer mit einer bunt zusammengewürfelten Möblierung aus verschiedenen Jahrhunderten, vorbei an einem Holzverschlag, der als Provisorium gleich nach dem Zweiten Weltkrieg gezimmert worden sein soll. Dann endlich ist Selck am Ziel: Hinter einer fest verschlossenen Tür ruht die Leunis- Sammlung, eine der bedeutendsten deutschen Schulsammlungen des 19. Jahrhunderts.

Wahrscheinlich war dieser Johannes Matthias Joseph Leunis seinem späteren Kollegen Jürgen Selck gar nicht unähnlich. Beide brennen für die facettenreiche Geschichte der Natur, beide waren Lehrer aus Leidenschaft. Man schrieb das Jahr 1815, als der damals 13-jährige Kaufmannssohn aus Mahlerten auf Anraten des Dorfpfarrers in Hildesheim ins Gymnasiums eingeschult wurde. Nach seinem Studium der Philosophie und der Theologie wurde Leunis mit gerade 22 Jahren am Josephinum Lehrer für Naturgeschichte. 1826 erhielt er in Paderborn seine Priesterweihe, 1844 wurde er zum Domvikar gewählt. Doch seine große Liebe blieben zeitlebens die Naturwissenschaften. Mit Eifer kniete er sich in die verschiedenen naturkundlichen Fachgebiete, beobachtete, sammelte und studierte die Literatur seiner Zeit – dabei war er in allen Gebieten Autodidakt.

Es war indes auch die Zeit des Bildungsbürgertums, in der die Naturwissenschaften, wie wir sie heute kennen, durch immer neue Entdeckungen und Entwicklungen ihr Wissen exponentiell mehrten, in der Forschungsreisende Erkenntnisse aus anderen Ländern mitbrachten und Erfahrungen durch eine steigende Zahl von Publikationen immer breiteren Kreisen zugängig gemacht wurden. So überrascht es nicht, dass Leunis zu den Mitbegründern des Roemer-Museums gehört und selbst Verfasser von Lehrbüchern über die „drei Naturreiche“, die Zoologie, die Botanik und die Mineralogie, wurde.

leunis haz1Nach einer Odyssee über diverse Dachböden wird in dem pittoresken Studierstübchen seit 1985 Leunis’ umfangreiches Herbarium aufbewahrt. Zwischen großformatigen kräftigen Buchdeckeln liegen in 250 Bänden Tausende von Einzelbögen, auf denen fein säuberlich getrocknete und gepresste Pflanzen fixiert sind. Selck schätzt den Bestand auf 5.000 bis 10.000 Arten, davon 80 Prozent heimische Arten, der Rest Reisemitbringsel aus Südeuropa, Afrika, sogar Neuseeland.

Nicht alle Blätter hat Leunis selbst angelegt, einige sind viel älter, manche bereits 250 Jahre alt, wie Selck auch an den unterschiedlichen Papieren erkennen kann. Der Hortus siccus, der getrocknete Garten, war für Generationen von Botanikern ein beliebtes Mittel, um Pflanzen in all ihren Details über sehr lange Zeit zu bewahren. Formen, Strukturen und Proportionen lassen sich noch immer so gut erkennen, als seien die Pflanzen gerade erst gepflückt worden. Einzig die Farben haben die Jahrhunderte nicht überdauert: Sämtliche Blätter und Blüten haben einen uniformen Braunton angenommen.

Auch wenn elektronische Datenbanken und Bücher mit Hochglanzbildern klassischen Herbarien überlegen sein mögen, haben die fragilen Sammlungen aus dem 19. Jahrhundert für die Wissenschaftler von heute einen unschätzbaren Wert: An ihnen können sie ablesen, welche Arten damals bei uns heimisch waren, welche durch die Veränderungen der Landschaft, durch Umweltgifte oder auch durch den Klimawandel verschwunden sind. Denn natürlich haben es die Botaniker vergangener Tage nicht versäumt, neben der Artbeschreibung auch den Fundort ihrer Kräutlein exakt zu vermerken.

Wer in den Beständen arbeiten will, muss allerdings mit allergrößter Vorsicht ans Werk gehen. Die Pflänzchen sind nach all den Jahren staubtrocken und empfindlich wie Raureif auf einem Halm. Eine falsche Berührung, eine leichte Erschütterung reichen aus, und das Kräutlein zerbröselt unrettbar zu Staub. Die ebenfalls üppige Sammlung von Sämereien hat Leunis in diversen Gläschen aufbewahrt. „Jedes einzelne Glas ist mundgeblasen“, sagt Jürgen Selck. Jedes ist auch sorgfältig beschriftet und fest mit Korken, Glasstopfen oder Pergamentpapier verschlossen. Doch nach so langer Zeit dürften selbst die größten Überlebenskünstler nicht mehr keimfähig sein. Wissenschaftler sammeln übrigens noch immer Samen für die Ewigkeit oder den Tag X nach der großen Katastrophe, allerdings werden die genetischen Schätze heutzutage in einer 120 Meter tiefen Dauerfrost-Höhle im norwegischen Spitzbergen bei minus 18 Grad Kälte eingelagert. Andere Sammlungsteile sind verglichen damit deutlich robuster. Die Mineralien und Fossilien etwa oder die Schnecken und Muscheln. Viele der Mineralien in der Sammlung Leunis hat ursprünglich der Graf von Münster auf Schloss Derneburg archiviert, wie handgeschriebene Hinweiskärtchen verraten.

Einen Großteil der Fossilien konnte Leunis praktisch vor der Haustür auflesen: In einem urzeitlichen Flachmeer tummelten sich vor 150 Millionen Jahren in der späteren Hildesheimer Börde jede Menge Belemniten und Ammoniten, Seelilien tanzten im Takt der Gezeiten und hinterließen den Menschen Berge von Bonifatiuspfennigen, versteinerte Stielglieder, die für Laien wie uralte Münzen aussehen.

Bei den Gehäusen längst verblichener Meeresbewohner kam Leunis die langjährige Freundschaft zu einem Schiffsarzt zugute, der ebenfalls aus Mahlerten stammte, verrät der pensionierte Oberstudienrat Jürgen Selck, der mit der Biographie seines berühmten Kollegen so gut vertraut ist wie nur wenige. Auch nach all den Jahren haben die stabilen Panzer aus Calcit und Aragonit nichts von ihrer farblichen Brillanz verloren, sogar das Perlmutt schimmert immer noch so seidig, als seien die Objekte gerade erst vom Strand aufgelesen worden. Für die Dolomite und Quarze, die Kupferkiese und Bleiglanze, die ohnehin Jahrmillionen alt sind, sind die Dekaden in den Schubfächern der Sammlung nicht mehr als ein Wimpernschlag der Zeit. Ihnen droht eine andere Gefahr: der Verlust der Sammlungszettel, auf denen neben dem Namen des Minerals traditionell auch Fundort und Fundzeit vermerkt sind. Den Wert historischer Stücke macht manchmal gerade deren Herkunft aus, wenn zum Beispiel Bergwerke längst aufgegeben sind und der Zugang zum Fundort damit für alle Zeit verschlossen ist.

Ursprünglich gab es für all die Objekte ein richtiges Museum im Kapitelhaus des heutigen Dom-Museums. Nur dank der Auslagerung in ein Salzbergwerk, wahrscheinlich im Schacht Siegfried in Giesen, überdauerten die Stücke sicher verpackt in Kartons die Zerstörungen des Krieges. Gemessen daran ist die nur etwa 30 Quadratmeter große Dachkammer heute ein bescheidener Platz, doch Leunis, der als überlebensgroße Büste noch immer inmitten all seiner Schätze thront, schaut nicht wirklich unglücklich. Auch wenn es ein einsames Dasein ist, weil die Sammlung viel zu empfindlich wäre, um sie Besuchern ständig öffentlich zugängig zu machen.

Gemeinsam mit einem riesigen Nilpferd, von dem nur der mächtige Schädel erhalten ist, einer ausgestopften Wildkatze, deren Fell inzwischen ziemlich räudig wirkt, und einem schwarzen Etwas im Kuriositätenschrank, das an eine Fledermaus erinnert, harrt der große Naturkundler ein ums andere Jahr aus. Mag den Schülern heute auch das weltweite Web offenstehen, das jede noch so banale Informationen auf den Rechner holt, der Unterricht von Johannes Leunis dürfte tausendmal spannender gewesen sein, wenn er mit Feuer und Flamme für die Sache seinen Schülern erklärte, dass ein Schlammling kein Ungeheuer aus dem Morast ist, sondern ein zartes Pflänzchen aus der Gattung Limosella, das als Pionierpflanze die schlammigen Uferzonen besiedelt. Ein kleiner Schlammling klebt noch immer sorgsam fixiert auf einem Herbarbogen, exakt so, wie ihn Leunis vor fast 200 Jahren dort drapiert hat.

Der gelehrte Geistliche starb am 30. April 1873 an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Josephinum hatte er bis dahin nicht verlassen. Und er hat es bis heute nicht.