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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

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1200 Jahre Schule am Dom

Montag, 18. März 2013 13:12

HAZ vom 7.04.2011: Im ersten Erstligajahr saß er noch ehrfürchtig auf der Tribüne


niklas tharsenNiklas Tharsen ist das einzige Eigengewächs im Zweitligateam der TSV/48-Volleyballer. Er hat schon Urnen hergestellt und arbeitet jetzt im Krankenhaus.


Von Andreas Kreth (Fotos: Gossmann)

Hildesheim. Gefühlt sind Dirk van Zwoll oder Hauke Wagner längst „echte“ Hildesheimer. Doch im künftigen Erstligateam des TSV Giesen/48 Hildesheim gibt es nur ein wirkliches Eigengewächs, das hier groß geworden ist und tatsächlich im Verein mit dem Volleyballspielen begonnen hat: Niklas Tharsen (21). Sein Elternhaus steht in Emmerke, und dort wohnt er auch heute noch.

Seine fünf Jahre ältere Schwester Johanna hatte Schuld. Die spielte nämlich auch in Giesen Volleyball, schaffte es später sogar bis in die Regionalliga. Der kleine Niklas machte es ihr nach und fing als Siebenjähriger beim TSV an. „Da hatte ich meinen Spaß, außerdem entstanden beim Sport einige Freundschaften, deshalb blieb ich dabei“, sagt er. Parallel spielte er auch Tennis, brachte es bis zur Mannschafts-Kreismeisterschaft, brach dann aber doch recht schnell mit dem Weißen Sport ab und widmete sich künftig ausschließlich dem Volleyball.

Im Verein erkannte man schnell sein Talent. Heute sagt sein Zweitligatrainer Michael Schöps: „Niklas ist jung und hat die Möglichkeiten, sich auch ins Erstligateam zu spielen.“ Das wäre dann der bislang größte Erfolg des TSV-Eigengewächses. Als Junge hatte Tharsen zunächst nur trainiert und Meisterschaften gespielt. Eine Punktrunde gab es nicht. „Ich wurde ein paarmal Dritter der Landesmeisterschaften, kam so aber leider nie weiter zur Deutschen Meisterschaft.“

Immerhin wurden dabei auch die Landestrainer auf den Emmerker aufmerksam. Schon als C-Jugendlicher bekam er eine Berufung in den NVV-Kader und absolvierte Trainingseinheiten im Volleyball-Internat in Braunschweig oder beim Landessportbund in Hannover. Als A-Jugendlicher erkämpfte er mit dem Landeskader den fünften Platz im Bundespokal. Damals übrigens noch als Diagonalspieler.

Auf dieser Position vorn am Netz spielte er anfangs immer – bis er 2009 ins Zweitligateam aufgenommen und zum Außenangreifer umfunktioniert wurde. Der Weg dahin führte über die Giesener Reserve. Bereits mit 16 stieß Niklas Tharsen zum Kader und wurde auf Anhieb Stammspieler. „Nach dem Erstliga-Abstieg rutschte ich hoch ins I. Team, bekam aber zunächst nur wenige Einsätze.“ Am längsten auf der Platte stand er damals beim letzten Saisonspiel gegen den schon feststehenden Meister Bayer Leverkusen, das mit 3:2 gewonnen wurde.

Die Saison 2010/11 begann für den 1,90 Meter großen Dunkelblonden mit einer Verletzung. Schonnach dem zweiten Spiel zog er sich im Training einen Kapselriss im Daumengelenk zu: „Das war’s dann mit der Hinrunde, dachte ich.“ Tatsächlich stand der 84-Kilo-Mann erst Ende November wieder im Kader, kurioserweise übrigens auch wieder gegen Leverkusen. Eingesetzt wurde er aber noch nicht. Das Pech eines anderen wurde zu seinem Glück. Nachdem sich Dirk van Zwoll verletzt hatte, rückte Tharsen im Januar beim Spiel in Kiel auf die Position des Außenangreifers. Und er nutzte seine Chance, seine Stärken wie zum Beispiel seine Aufschläge zu präsentieren. „Zwolli“ lobte den Kollegen nach dem 3:0-Sieg gegen Schöneiche mit den Worten: „Der ist so stark, der muss durchspielen.“

Auch wenn er zuletzt in Lintorf leicht schwächelte, so will der Außenangreifermit seinen Mannschaftskameraden das „Projekt weiße Weste“ noch erfolgreich beenden. An diesem Wochenende sind die Giesen/Hildesheimer spielfrei, zum Saisonabschluss mit Aufstiegsparty erwarten sie den VCB Tecklenburger Land am 16. April in der Halle 39.

Was fasziniert den 21-Jährigen am Volleyball? „Es ist ein Mannschaftssport. Wenn ein Rädchen nicht funktioniert, funktioniert die ganze Maschine nicht. Und es ist ein eleganter Sport.“ Auch für Fußball kann sich Niklas Tharsen erwärmen. Er selbst kickt manchmal am Wochenende mit Freunden und besucht gern die Heimspiele des Bezirksligisten TSV Giesen, für den sein Großcousin Benedikt Pagel spielt: „Die haben auch ’ne gute Truppe. Es ist Qualität da.“ Der Volleyballer ist Fan von Werder Bremen, nennt Claudio Pizzaro als seinen Lieblingsspieler. „Leider dürfen wir im Training während der Saison kein Fußball spielen, wohl wegen der Verletzungsgefahr. Aber jetzt durften wir mal“, glänzen seine grauen Augen.

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In Aktion: Seit seinem siebten Lebensjahr spielt  der Emmerker für den TSV Giesen.

Am 30. Mai 1989 in Hildesheim geboren, hatte der kleine Niklas nach der Emmerker Grundschule das Hildesheimer Josephinum besucht. 2008 machte er sein Abitur. Um Geld zu verdienen, jobbte er auf einem Bauernhof oder in der Urnenherstellung bei der Haseder Firma Völsing. Während eines dreimonatigen Praktikums im Bernward Krankenhaus stellte er fest: „Das ist was für mich.“ Gesagt – getan: Seit dem vergangenen August wird Niklas Tharsen dort zum Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet. Bislang hat er Schichtdienst und Spielplan immer gut auf die Reihe bekommen: „Das hat diese Saison wunderbar geklappt.“

In seiner Freizeit geht er gern ins Kino (Action, Horror, Comedy) oder trifft sich mit Freunden. Er trinkt am liebsten Fanta und schwärmt von Omas Bohnen, Falschem Hasen und reichlich Soße: „Da könnte ich mich reinsetzen.“ Weil er gerade sein Abi baute und außerdem mit der Reserve im Einsatz war, hatte Niklas Tharsen den ersten Erstliga-Aufstieg des TSV im Jahr 2008 „gar nicht so richtig mitbekommen. Deshalb habe ich es jetzt vielleicht umso mehr genossen. Geil war auch die Cabrio-Tour nach dem Titelgewinn – nur schade, dass es an dem Tag so kalt war.“

Die Mannschaften von damals und heute seien überhaupt nicht miteinander vergleichbar, meint der Spieler. Im ersten Erstligajahr saß er oft ehrfürchtig auf der Tribüne der Halle 39. „Damals war für mich undenkbar, dass ich eventuell die Chance kriegen würde, selbst in der 1. Liga zu spielen.“ Im Moment trainiert er achtmal die Woche, um sich den Traum zu erfüllen: Erster echter Giesener im Oberhaus der Volleyballer.