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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

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1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 10. März 2020 23:03

Kehrwieder vom 15.02.2020: Im kosmischen Kreisssaal

Josephinum-Lehrer Arndt Latußeck steigt mit der fliegenden Sternwarte SOFIA in die Stratosphäre – und schaut Sternen bei der Geburt zu

Von Kilian Schwartz

Sofia Kehrwieder 1 Sofia Kehrwieder 2
Die NASA hat eine gebrauchte Boeing 747SP gekauft und für den Einbau des Teleskops
umgerüstet. Hier fliegt SOFIA über der Heimatbasis in Süd-Kalifornien.
Arndt Latußek
fliegt mit. Fotos: NASA, Schwartz


Hildesheim. Dem Himmel nah sein und nach den Sternen greifen: Was erstmal ziemlich kitschig klingt, wird für Arndt Latußeck im März ganz real sein. Dann nämlich saust der Josephinum-Lehrer an Bord des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot Astronomie (SOFIA) in Richtung Weltall. Das fliegende Observatorium, ein gemeinsames Projekt von NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), startet seit 2015 jährlich knapp 120 Mal für jeweils achtstündige Messeinheiten von der NASA Dryden Aircraft Operation Facility in Palmdale, Kalifornien in Richtung Stratosphäre.

In knapp 15 Kilometer Höhe begleitet Arndt Latußeck die Crew an Astronomen auf Forschungsreise. Dass er Teil der Mission sein kann, verdankt er dem Bildungsprogramm des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI). Lehrern, die astronomische Themen in Theorie und Praxis in ihren Unterricht einbinden, soll mit dem Programm die Möglichkeit gegeben werden, ihre Schüler die an Bord gemachten Erfahrungen möglichst realistisch zu vermitteln. Latußeck hatte sich im September 2018 für das Programm beworben, im März kam die Zusage. Eigentlich sollte es bereits im Dezember losgehen, doch am Ende eines Wissenschaftsfluges war ein technisches Problem an einem der vier Triebwerke aufgetreten – sämtliche Flüge wurden deshalb bis auf weiteres gestoppt.

Ein neuer Starttermin ist für März angesetzt, für Latußeck beginnt die Aufregung also nochmal von vorne. Wobei: Dafür, dass er demnächst vis-à-vis mit dem Kosmos sein wird, wirkt der Lehrer im KEHRWIEDER-Gespräch zuerst ziemlich cool. Erst, als er berichtet, wie man durch das 17-Tonnen schwere Teleskop – das Herz der SOFIA –, praktisch mitten in den kosmischen Kreißsaal blicken kann, spürt man die tiefe Demut, mit der Latußeck seiner Stippvisite mit dem Universum entgegensieht. „Mit der Astronomie lassen sich die ganz großen Fragen beantworten“, sagt er. „Wir beobachten dort das Licht, das die Stoffe im Weltraum aussenden, die allesamt Bausteine des Lebens sind.“ Innerhalb der Stratosphäre sind die Messgeräte der SOFIA in der Lage, Licht aus dem infraroten Bereich aufzunehmen. Für Menschenaugen normalerweise nicht sichtbar, durchdringt das Infra-rotlicht Bereiche im Universum, die Licht in normalem Spektrum nicht erreichen kann. Und beleuchtet Orte, die kaum vorstellbar sind. „Wir können der Geburt eines Sterns zusehen“, sagt Latußeck. Ein Kokon aus Staub- und Gasmassen, der an Dichte zunimmt, kollabiert, in Rotation gerät und immer mehr Masse ansammelt. „Innerhalb dieser Gaskugel wird es immer heißer, bis sich durch Fusionsprozesse schließlich ein Stern bildet.“ Ein Prozess, der natürlich nicht von jetzt auf gleich stattfindet, sondern hunderttausende Jahre dauert. Doch am scheinbar unendlichen Sternenhimmel ist eine Sterngeburt nichts Ungewöhnliches.

Zwei mal acht Stunden wird Latußeck gemeinsam mit der rund 30-Mann starken Crew in der Stratosphäre sein, jeweils von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang. „Wir brauchen für die Beobachtungen Nacht“, sagt er. Ob er eine Liveübertragung ins heimische Klassenzimmer des Josephinums plane? „Das geht leider nicht. Aber direkt nach der Landung werde ich via Skype mit den höheren Jahrgängen telefonieren.“ Auch „Hallo Niedersachsen“ habe sich bereits für eine erste Meldung aus dem All angemeldet.

Und Flugangst? Die habe er eigentlich nicht, sagt Latußeck. Bei den jährlich 120 Beobachtungsflügen der SOFIA sei die Reise schließlich beinahe Routine. Und trotzdem: „Das ist die NASA und kein Ferienflieger: Bei Druckabfall kommt keine Stewardess, es fällt keine Sauerstoffmaske aus der Decke“, macht er klar. Ein bisschen Spannung muss schließlich auch dabei sein, wenn man hoch zu den Sternen reist. Das dürfte bei Astronauten genau so sein wie ... wie nennt man eigentlich jemanden, der die Stratosphäre erkundet? „Wir nennen uns Stratonauten!“, lacht Latußeck.

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