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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

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1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 26. November 2019 23:09

HAZ vom 6.11.2019: Mit der NASA Richtung Weltall

Astro Arndt Latueck  

 

 

 

 

 

Es geht Richtung Weltall: Arndt Latußeck startet mit Sofia in die Stratosphäre. Elf Stunden fliegt er im Dezember kreuz und quer über Nordamerika. / Foto: Werner Kaiser (HAZ)


von MARITA ZIMMERHOF


Hildesheim. Seit er denken kann, ist er von den unendlichen Weiten des Weltraums fasziniert. Nun kann Arndt Latußeck den Sternen so nahe kommen, wie es nur wenigen Menschen vergönnt ist: Der 49-jährige Lehrer am Josephinum und zweifache Familienvater darf mit der weltweit einzigen fliegenden Sternwarte, dem Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, kurz „Sofia“ genannt, bis in 14 000 Kilometer Höhe aufsteigen und auf zwei Flügen den wissenschaftlichen Betrieb an Bord einer umgebauten Boeing 747 SP mitverfolgen.
„Eine unheimliche Ehre. Ein Kindheitswunsch. Einfach toll“, schwärmt der Hobbyastronom, der 2009 über die Geschichte der Astronomie promoviert hat. Dass er nun selbst ein winziges Kapitel davon werden würde, hätte er da nicht einmal zu denken gewagt. Seit Sofia 2010 zu ersten wissenschaftlichen Beobachtungen aufgestiegen ist, durften nur rund 100 deutsche und amerikanische Lehrer mit an Bord und zuschauen, wie Astronomen ihre Daten sammeln.

Sekundengenaue Flugdaten
Sofia ist ein Gemeinschaftsprojekt der National Aeronautics und Space Administration, besser bekannt als NASA, und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Geradezu militärisch exakt wie bei Raumflügen von Apollo geht es auch bei der Sofia-Mission zu. Schon jetzt hat Latußeck die sekundengenauen Flugdaten für seine zwei jeweils zehnstündigen Flüge in den Nächten vom 3. auf den 4. und 4. auf den 5. Dezember.
Start ist im kalifornischen Palmdale: Eine halbe Stunde dauert allein der Aufstieg in die Stratosphäre: Weil die Luft hier praktisch keinen Wasserdampf mehr enthält, der für infrarotes Licht aus dem All unpassierbar ist, kann das Teleskop die unsichtbare Strahlung gleich hinter dem roten, sichtbaren Teil des Lichts ungestört empfangen.

Gegengewicht an Bord
17 Tonnen wiegt das in Deutschland gebaute Teleskop, 2,7 Meter Durchmesser misst der Parabolspiegel, der damit größer ist als das Weltraumteleskop von Hubble. Aus den Messdaten lassen sich Rückschlüsse auf die Entstehung neuer Sterne und Planeten gewinnen, ein Blick ins Zentrum der Milchstraße werfen oder Geheimnisse weit entfernter Galaxien lüften. Wegen des gewaltigen Gewichts des Telekops hat das Flugzeug im Bug eigens ein Gegengewicht an Bord.

Klappe öffnet sich im Flug
Von der Boeing 747 SP (Special Performance) sind in den 70ern nur 45 Maschinen für Ultra-Langstreckenflüge gebaut worden: Mit 56,4 Metern ist sie 14,6 Meter kürzer als die herkömmliche 747 und hat eine Reichweite von 12 300 Kilometern. Heute gibt es noch fünf Maschinen, davon zwei bei der NASA. Mit ihrer Flughöhe von 14 Kilometern fliegt Sofia vier Kilometer höher als Langstreckenflugzeuge üblicherweise. Die Fluggeschwindigkeit liegt bei 870 Kilometern pro Stunde. Ist die Beobachtungshöhe erreicht, öffnet sich für das Teleskop im Flugzeugrumpf eine große Klappe hinter den Flügeln.

Kreuz und quer über Amerika
Weil das Teleskop nicht zur Seite schwenken kann, gibt das Flugzeug die Blickrichtung vor: Der Flugplan geht zickzack über Nordamerika, als ob der Pilot komplett die Orientierung verloren hätte. Tatsächlich ist alles penibel vorgeplant. Für gewöhnlich dürfen bei den 200 Flügen jährlich nur Wissenschaftler an Bord. Zwei Mal im Jahr aber nimmt die NASA auch Lehrer mit – damit die bei ihren Schülern die Begeisterung für Astronomie entfachen.
Das aber ist Latußeck längst gelungen. Nachdem er 2003 am Josephinum Lehrer für Mathe,Physik, Informatik geworden war, gründete er umgehend eine Astro-AG, bald tauchte Astronomie im Profilunterricht der Mittelstufe auf, dann auch als Seminarfach in der Oberstufe, um wissenschaftliches Arbeiten zu vermitteln. Inzwischen hat die Schule sogar eine eigene Sternwarte. „Astronomie ist der perfekte Einstieg in die MINT-Fächer“, ist Latußeck überzeugt. Geschätzt 500 Schüler hat er mit seiner Leidenschaft schon angesteckt. „Darunter auch immer mehr Mädchen.“
Latußeck selbst besuchte das Andreanum, heimste 1987 und 1989 Siege bei Jugend forscht ein. Nach dem Abitur studierte er Informatik, arbeitete sechs Jahre bei Conti, gründete eine Firma für Softwareservice. Seine Leidenschaft für Astronomie blieb all die Jahre erhalten. Mit Schülern reiste er zur Sonnenfinsternis nach Sibirien und in die USA. Unter seiner Betreuung machen Schüler seit 2013 regelmäßig bei Jugend forscht mit, haben es bis zum Bundessieg gebracht.

Aus Astro-Alex wird Astro-Arndt
Der Kontakt zu DLR und NASA entstand über das Haus der Astronomie in Heidelberg, einer Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft, wo Latußeck selbst Fortbildungen besucht. Inzwischen ist das Josephinum sogar offizielle Partnerschule. Als er dort auf die Bewerbungsunterlagen stieß, zögerte er keine Sekunde. Dass er genommen werden würde, wagte er kaum zu hoffen. Doch er wurde.
Längst ist er für seine Schüler der Astro-Arndt. Und wie Astro-Alex will auch er von seinem Flug per Video-Schalte aus den USA ins Josephinum berichten. „In der Stratosphäre sind Beobachtungen möglich, wie ich sie noch nie machen konnte. Ein Traum.“

Astro Arndt 2   Astro Arndt 3
Sofia, das fliegende Stratosphären-Observatorium für
Infrarot-Astronomie, in der Luft. Hinter dem Flügel öffnet sich
die Luke für das Observatorium.
  Die blaue Linie zeigt die Flugroute der Boeing 747 SP, auf der Arndt Latußeck im Dezember über Nordamerika unterwegs sein wird.

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