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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 02. April 2019 14:32

HAZ vom 1.4.2019: Nach Jahrzehnten der Ungewissheit: Geheimer Gang zum Domhof existiert

*** Aprilscherz der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung***

Bei Arbeiten an der Kreuzkirche sind Bauarbeiter auf einen Einstieg gestoßen /
Jetzt soll die Verbindung zwischen Marienschule und Josephinum untersucht werden


Von Christian Harborth

Hildesheim. Generationen von Schülern kennen es als Gerücht, seit einigen Tagen scheint es Gewissheit zu geben: Die Marienschule und das Josephinum waren einst durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden. Bei Arbeiten im Kreuzgang der Kreuzkirche sind Bauarbeiter auf einen bislang unbekannten
Abgang gestoßen. Das Nutzungsrecht des Kreuzgangs liegt seit einigen Jahren bei der Schule. „Nachdem der Schutt beiseite geräumt war, stießen wir auf erstaunlich gut erhaltene Treppenstufen, die nach unten führen“, sagt Klaus Neumann, stellvertretender Leiter der Marienschule. An der einen Seite der Wand seien schwach ein eingeritzter Richtungspfeil und ein großes „J“ erkennbar. „Wir vermuten, dass das J für Josephinum steht“, so Neumann.

Benno Haunhorst, Schulleiter des Josephinums, hat die wenige hundert Meter entfernte Entdeckung zum Anlass genommen, in weniger genutzten Kellern der mehr als 1200 Jahre alten Bildungseinrichtung auf dem Domhof nach Spuren suchen zu lassen. Im kaum besuchten Raum eines älteren Gebäudeteils ist der Hausmeister auf eine offensichtlich zugemauerte Wand gestoßen. „Diese ist hier seit langem bekannt, aber wir werden sie jetzt zum ersten Mal öffnen“, sagt Haunhorst. Bisher war er davon ausgegangen, dass es sich um einen seit 1945 ungenutzten Luftschutzkeller für Schüler gehandelt habe.

Der Fund sorgt auch im Hildesheimer Rathaus für erheblichen Wirbel. „Für die Dauer der detaillierten Erkundungen werden wir voraussichtlich mehrere Straßen in der Umgebung sperren müssen“, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer. Der Rathauschef hat auch ein persönliches Interesse an der Entdeckung. „Ich kenne das Gerücht auch aus meiner eigenen Schulzeit“, sagt Meyer. „Damals hieß es sogar, dass es zwei Tunnel geben soll.“ Meyer hat sein Abitur am Josephinum abgelegt. Er bat das Stadtarchiv um Mithilfe. Dort stießen die Fachleute auf einen schriftlichen Hinweis auf die Existenz der Verbindung. In dem undatierten Dokument wird sogar erwähnt, dass die Schulleitung der Marienschule aus „Sorge um Anstand und Sitte“ alles daran setze, die Entdeckung des Ganges zu verheimlichen, weshalb sie ihn zusammen mit dem damaligen Pfarrer der Kreuzkirche zuschütten und überbauen ließ.

„Auch zu meiner Schulzeit am Josephinum gab es Gerüchte, dass der Gang existiert, damit sich Schüler des Josephinums und Schülerinnen der Marienschule heimlich treffen konnten“, bestätigt Neumann. Damals seien alle davon ausgegangen, dass der Gang spätestens bei den Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs verschüttet worden war. Im vergangenen Jahr habe eine Schülerin des Gymnasiums im Brühl sogar angefangen, im Bistumsarchiv zu recherchieren, um Details zum Gang zu finden. „Sie hat ihr Vorhaben dann aber zugunsten eines anderen Projekts aufgegeben“, sagt Neumann.

Im Rathaus und im Generalvikariat geht man davon aus, dass der Gang deutlich älter als die Marienschule ist. „Vermutlich handelt es sich um ein Bauwerk aus dem Mittelalter“, sagt Meyer. Bischöfe hätten ihn vermutlich bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Stadt als Fluchtweg genutzt, um von der Domburg zur Kreuzkirche zu gelangen. Später sei der Gang in Vergessenheit geraten – und erst vor rund 150 Jahren nach dem Bau der Marienschule wiederentdeckt worden. „Hier mauserte er sich wohl innerhalb kürzester Zeit zum Geheimtipp“, vermutet Neumann schmunzelnd. Dass die Kontaktaufnahme damals für Josephiner wie Marienschülerinnen nicht einfach war, ist bewiesen. Laut Josephinum-Schulordnung war den Jungen vor dem Ersten Weltkrieg etwa zu bestimmten Tageszeiten das Betreten des Hohen Weges verboten. „So sollte die Begegnung mit den Marienschülerinnen verhindert werden“, erklärt Josephinum-
Leiter Haunhorst. Solche Probleme haben heutige Schüler der beiden Einrichtungen nicht mehr: Heute werden Mädchen und Jungen an beiden Schulen zusammen unterrichtet.

Aprilscherz Tunnel  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oberbürgermeister Ingo Meyer und der stellvertretende Schulleiter Klaus Neumann begutachten Schuttreste, die den Gang viele Jahrzehnte versperrt hatten.
FOTO:
WERNER KAISER

                          KOMMENTAR von Christian Harborth

Verkehrschaos verhindern
So interessant und geschichtlich bedeutsam der Fund der unterirdischen Verbindung zwischen Marienschule und Josephinum auch sein mag – für die Anlieger könnte er bald zur Belastungsprobe werden.
Denn schon heute haben weder die Stadt noch die Polizei die Verkehrsströme rund um Schuh- und Kreuzstraße sowie Brühl und Kläperhagen in Griff. Vor allem morgens und mittags herrscht hier trotz Durchfahrtverbot zur Schuhstraße Verkehrschaos.

Wenn die Stadt für die Dauer der archäologischen und denkmalpflegerischen Erkundungen den Brühl, die Kreuzstraße und mindestens auch vorübergehend den Bohlweg sperren muss, wird das Chaos perfekt. Oberbürgermeister Ingo Meyer weiß das. Weshalb sollte er sonst schon Wochen im Voraus vorsichtig Straßensperrungen andeuten. Das Chaos gilt es zu verhindern.

Die Planer im Rathaus werden dafür eine Schippe drauf legen müssen. Damit die Vorfreude auf historische Entdeckungen nicht Unverständnis und Wut weicht.

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