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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Montag, 12. November 2018 08:25

HAZ vom 9.11.2018: „Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei“

Feldpost 1       

 

 

 

 

 

Pauline Fikowski liest einen der Briefe vor, Daniel Held (von links), Torsten Memmert, Benedict Senf, Victoria von Aufseß, Sven Strüber, Malte Lischke, Clemens Boenkendorf und Anna Landers hören zu.
FOTO: CHRISTIAN HARBORTH


Hildesheim
. So sah Propaganda im Jahr 1918 aus: „Gruß aus der Sommerfrische“ steht unter einer Postkarte, die der Soldat Hermann Schmidt kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs von der Westfront nach Hause schickt. Auf dem Bild ist ein gezeichneter Soldat zu sehen, gut gelaunt, pfeiferauchend und lustig mit den Beinen wippend. Einen frechen Hund an seiner Seite, ein singendes Vögelchen auf einem Pfosten des Unterstands.

Die Szene soll den Menschen in der Heimat ein leichtes Leben in der Ferne vorgaukeln. Mit der Realität, dem entsetzlichen Leid und dem Krepieren an den Fronten des Weltkriegs, hat es nichts zu tun. Die Gräuel blendet der Soldat auch in seinen Zeilen weitestgehend aus.

Ein Geschichtsleistungskurs des Josephinums hat mehr als 60 Briefe des Soldaten ausgewertet und das Ergebnis als Ausstellung „Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Feldpost eines Frontsoldaten“ zusammengefasst. Die Ausstellung wird am heutigen Freitag um 18 Uhr im Obergeschoss des Josephinums eröffnet. Schüler wollen Passagen aus den Briefen vorlesen, zudem wollen die Mädchen und Jungen Einblicke in ihre eineinhalb Jahre dauernde Arbeit geben.

Die sechs Oberstufenschüler sind zusammen mit ihren beiden Lehrern Torsten Memmert und Malte Lischke tief in die damaligen Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Person Hermann Schmidts und dessen Familie in Veltheim abgetaucht. Das fängt bei Dingen des alltäglichen Bedarfs an, die Schmidt bei seinen Eltern bestellt: Reinigungsmittel, Zigaretten und Nahrung etwa. Aber die Schüler haben auch auf die persönliche Entwicklung des Soldaten untersucht. „Man merkt, dass es ihm später psychisch gesehen nicht mehr so gut ging“, sagt Pauline Fikowski.

Zum Ende hin lässt der Soldat trotzdem – für damalige Zeiten eher unüblich und gefährlich – private Auffassungen durchblicken. „Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei“, schreibt er am 8. Oktober 1918 aus Sains du Nord an seine Eltern. Und: „Den Krieg werden wir wohl nicht gewinnen.“

Damit sollte er Recht behalten. Am 11. November 1918 ist der Krieg beendet. Doch Schmidts Eltern bekommen
keine weiteren Zeilen ihres Sohnes. Wann er fällt, ist nicht dokumentiert. In Veltheim steht sein Name heute mit dem Zusatz „vermisst“ auf einem Gedenkstein. Ein Foto des Mannes gibt es nicht. An den Schülern ist die 18-monatige Arbeit nicht spurlos vorbei gegangen. Einige sind in dem Alter, in dem Schmidt starb. Schüler Daniel Held sagt: „Es ist so, als wenn ich in Russland an der Front wäre.“ Cha

Feldpost 2  

 

 

 

 

 

 

 

Hermann Schmidts Postkarte vom 15. März 1918 an seine Familie.