Es scheint, dass die Ausführung von JavaScript in Ihrem Browser deaktiviert ist oder verhindert wird (z.B. durch NoScript).
Bitte aktivieren Sie JavaScript um alle Funktionen der Website nutzen zu können!
slider00.jpg slider01.jpg slider02.jpg slider03.jpg slider05.jpg slider06.JPG slider07.jpg slider09.jpg slider11.jpg slider14 jo-lauf 2.jpg slider14.jpg slider16.jpg slider17.jpg slider18.jpg slider19.jpg slider20.jpg

Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 07. November 2017 07:52

HAZ vom 7.11.2017: Gewaltiges Klanggemälde

Profis und Laien machen Mendelssohns „Elias“ zu einem großen Erfolg


von BIRGIT JÜRGENS
...................................................

Hildesheim. Masse mit Klasse: Über 200 Musiker sind in der ausverkauften Basilika St. Godehard bereit, Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ (op. 70) unter Annette Brolls Leitung aufzuführen. Unter den Musikern sind 170 Sänger aus Chören des Josephinums, eines Projektchors sowie Mitglieder der TfN-Philharmonie und Solisten.

Großes Lob geht an die Choristen, die einen homogenen Klangkörper bilden. Annette Broll ist es gelungen, die unterschiedlichen Stimmen zu einer wohlklingenden Größe zusammenzuführen. Gemeinsam mit der hervorragend auf die Sänger eingestimmten TfN-Philharmonie schaffen die Choristen vor mehr als 500 Konzertbesuchern plastischen Klang. Vom genauen Piano bis zum raumfüllenden Fortissimo reicht die Palette.

Ein Beispiel für diese künstlerische Größe ist der Chor „Der Herr ging vorüber“. Dieses Stück mit seinem ungeheuren Atem bleibt voller Spannung. Der felsenspaltende Sturm, das bedrohliche Meer und das vernichtende Feuer ziehen regelrecht vor Augen und Ohren. Dramatisch breitet sich das Tonmalerische dieses Stücks wie ein gewaltiges Klanggemälde im Raum aus.

Ein solch anspruchsvolles Werk mit überwiegend Laien auf die Beine zu stellen, ist immer auch ein Wagnis. Annette Broll hat mit ihrer Entscheidung für diesen Stoff viel gewagt und in jeder Hinsicht gewonnen. Sie schafft es, die Stimmen vom Eingangs- bis zum Schlusschor souverän zu führen. Zu loben sind sehr gute Intonation, Textverständlichkeit, Konzentration und Begeisterung. Zudem klebt keiner am Notentext, sondern der Blick der Sänger ist auf die Leiterin gerichtet.

Von den professionellen Solisten ragt Albrecht Pöhl in der Elias-Partie heraus. Der Bariton besticht durch seine klare, starke Stimme. Besonders bildgewaltig gelingt die „Hammer“-Arie. Kraftstrotzend steht der wahrhaft mörderische Ton felsenfest im Raum. Die fast furiose Arie, die dem Sänger zahlreiche Spitzentöne abverlangt, präsentiert der Bariton packend. Zugleich glückt es dem Sänger, lyrische Töne wie in der Arie „Es ist genug!“ ergreifend darzubieten. Zusammen mit dem schönen Ton des Cellisten Viacheslav Taube gehen Verzicht und Schmerz in dem anrührenden Stück auf. Albrecht Pöhl gelingt es insgesamt eindrücklich, als menschlicher und autoritärer Elias vollkommen wandlungsstark in seine Partie tief einzutauchen.

Sopranistin Isabell Bringmann bezaubert mit ihrer glockenhellen Stimme. Seidig steht die wunderschöne Stimme auch in der kontemplativen Arie „Höre, Israel“ für einen ausgezeichneten Ton, der zarte und kraftvolle Akzente setzt.

Mezzosopranistin Ingeborg Broll, Schwester von Annette Broll, geht in den besinnlichen Stücken des Abends auf. Im Arioso „Weh ihnen, dass sie von mir weichen!“ gelingt es der Sängerin, Ruhepunkte in die mitreißende Dichte des Oratoriums zu setzen.

Tenor Konstantinos Klironomos setzt auf sonore Töne. Die Arie „So ihr mich von ganzem Herzen suchet“ erfüllt der Sänger mit opernhaften Zügen. Und das passt genauso ins Werk wie der klare, plastische Ton des Künstlers.

Ovationen und Jubel für Annette Broll, das Projekt sowie die Laien und Profis, die das Prädikat wertvoll wahrlich verdienen.

Info Eine weitere Aufführung beginnt am Samstag, 11. November, um 15 Uhr in St. Cäcilia in Harsum.