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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Montag, 23. März 2015 10:42

HAZ vom 21.3.2015: Strahlende Finsternis

Perfektes Wetter für ein seltenes Ereignis: Hildesheim wird Zeuge einer partiellen Sonnenfinsternis

VON HAGEN EICHLER

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Der gelbe Stern in Mini: Leo Partie hat sich ein Sonnen-Kino gebaut. Knipst mit Schutzbrille und Smartphone: Astronomie-Schüler Maximilian Ruppelt.

Hat seine Teleskope mit ins Josephinum gebracht: Lehrer Arndt Latußeck

Hat Astronomie belegt- und ist jetzt im Bann der Sonne: Alessa Schubert.



HILDESHEIM. Bei Sonnenschein die Finsternis beobachten? Geht das? In Hildesheim schon: Dank eines wol­kenlosen Himmels waren die Wet­terbedingungen gestern optimal, um Zeuge der Sonnenfinsternis zu werden. Kurzzeitig, bedeckte der Mond die helle Scheibe zu etwa 80 Prozent.
Um 9.34 Uhr und 16 Sekunden geht es los: Das erste kleine Stück des Mondes schiebt sich vor die Sonne. Durch die Schutzbrille sieht das aus, als rücke eine schwarze Scheibe vor eine gelbe. Leo Partie und sein Vater Andreas stehen auf dem Kolleggebäude des Josephi­nums und notieren sich den genau­en Startzeitpunkt.
Dann blicken sie in einen Papp­karton, genauer: in ein selbstgebautes Mini-Kino. Der Schüler hat ein Periskop schräg in einen geöffneten Schuhkarton gesteckt. Mit dieser Konstruktion kann der Zehnjährige die Sonne auf eine kleine Pappwand projezieren - und hat so seine eige­ne Miniatur-Sonnenfinsternis. Leo und sein Vater sind indes nicht die einzigen auf dem Hausdach. Die Schüler des Gymnasiums Josephinum wechseln sich dort im 15-Minuten-Takt mit der Beobachtung ab. Organisiert hat die Zusammenkunft Arndt Latußeck, seines Zeichens Lehrer am Gymnasium Josephinum und passionierter Sternengucker. Gleich mehrere eigene Teleskope hat er mitgebracht. Mit ihnen haben die Schüler einen besonders detaillierten Blick auf die Sonnenscheibe, sogar Gaswolken vor der Sonne sind durch eines zu erkennen. Man­che Jugendliche fotografieren mit
Schutzbrille vor dem Smartphone oder schauen durch eines der vielen riesigen Teleskope. Eltern und Leh­rer haben sie auf das Dach ge­schleppt. Teils stammen sie aus pri­vatem Besitz, teils sind sie Schuleigentum. Die 16-jährige Carina Balliel kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus, als sich der Mond zu knapp 70 Prozent vor die Son­nenscheibe geschoben hat. „Das ist einfach so cool." Freundin Isabell Strohschein ergänzt: „Sogar der Himmel sieht anders aus. Das Blau wirkt irgendwie Grau."
Und tatsächlich: Das Licht ist fahl, die Schatten der Beobachter wirken scharfgezeichnet. Wissenschaftlich fundierter können das die einstigen Jugend-forscht-Sieger Anton Montag und Anna Oelve ausdrücken: 1960 Lux haben sie als niedrigste Beleuchtungsstärke gemessen. DerHöchststand lag zu Beginn bei ei­nem Vielfachen: 8790 Lux.
Auch die Temperatur sinkt. „Aber nur subjektiv", sagt Latußeck. „Die gemessene Lufttemperatur war im­mer gleich." Die Schüler indes frös­teln, was laut Latußeck zum Teil da­ran liegt, dass die wärmenden Son­nenstrahlen fehlen. Neben den Josephinern haben gestern viele weitere Hobby-Astronomen und Schaulustige das Spektakel verfolgt. Unter anderem 70 Kinder aus den Himmelsthürer Grundschulen, die gemeinsam mit Astronomie-Urge­stein Gerhard Heringslake von dem Aussichtsplateau vor dem Ehrenmal im Kirschenhain in den Himmel blickten. Einen Stromausfall oder Klagen von Netzbetreibern gab es übrigens nicht. Also kein Blackout - dafür aber eine schwarze Sonne. Zumindest zu knapp 80 Prozent.

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