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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

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1200 Jahre Schule am Dom

Samstag, 26. April 2014 22:32

HAZ vom 25.04.2014: Immer die Treppe rauf

9 aus 150: Hildesheimer Schüler im Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“ erfolgreich - Ausstellungseröffnung in Celle

von MARTINA PRANTE


HILDESHEIM/CELLE. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein: eine Klasse mit Zehnjährigen bäuchlings auf dem Fußboden vor der Treppe im Josephinum. Bewaffnet mit einem halbierten DIN-A4-Blatt und farbigen Textmarkern sollten die Schüler die Stufen-Konstruktion zeichnen. „Und ich habe nichts zu Perspektiven erklärt“, betont Deutsch- und Kunstlehrerin Sabine Schreiner. Doch die Ergebnisse der Fünftklässler waren so beeindruckend, dass Schreiner einige zu „Jugend gestaltet“ schickte.
Zum 17. Mal hat das Land diesen Wettbewerb – vergleichbar mit „Jugend forscht“ und „Jugend musiziert“ – ausgeschrieben. Morgen wird in Celle die Ausstellung mit den prämierten Ergebnissen eröffnet. 1800 Einsendungen von Zehn- bis 20-Jährigen hatte die Jury zu sichten. Unter den 150 Auserwählten sind auch neun Beiträge aus Hildesheim: sechs vom Josephinum und jeweils einer vom Goethe-Gymnasium, von der Renataschule und dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte.
Das Thema der Einsendungen zum alle zwei Jahre ausgeschriebenen Wettbewerb ist frei. „Die Jugendlichen nutzen Malerei, Zeichnung, Foto, Video und dreidimensionale Arbeiten als Ausdrucksform für das, was sie bewegt“, ist die Erfahrung der Jury. Themen wie Liebe, Enttäuschung und Eifersucht, aber auch Alter, Tod und die eigene Sterblichkeit werden immer wieder aufgegriffen. Arbeiten zu den Belastungen des Alltagslebens – Magersucht als Reaktion – zeugen von den Gefährdungen für junge Menschen, zeigt sich Jury-Mitglied Giso Westing beeindruckt.
„Wettbewerbe als freie Leistungsvergleiche sind von großer Bedeutung für die Talentförderung und Begabungsentwicklung, weil sie Kindern und Jugendlichen Raum geben, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft zu erproben und sichtbar zu machen“, beschreibt Frauke Heiligenstadt, Niedersächsische Kulturministerin, „Jugend gestaltet“ als Erfolgsmodell. Eine Erfahrung, die Sabine Schreiner bestätigen kann. Die Lehrerin schätzt den anspruchsvollen Wettbewerb: „Die Arbeit der Kunstlehrer wird gewürdigt, die Schüler werden ermutigt.“ Manche kämen inzwischen von allein auf die Idee, sich zu beteiligen. „Aber am einfachsten ist, den Wettbewerb in den Unterricht zu integrieren.“ Immerhin müssen die Schüler Bewerbungsunterlagen ausfüllen und sich Titel ausdenken.
Schreiner hat ein Best of der Treppenbilder und von William Turner inspirierte Gewitterorgien eingeschickt. Der Jury des Wettbewerbs gefiel‘s ebenso wie Arbeiten aus den Klassen von Angelika Mayr-Gehler. Mit insgesamt 120 Arbeiten beteiligte sich das Josephinum am Wettbewerb. Die Jury prämierte – zumindest in Hildesheim - vorrangig Kunstwerke von niedrigen Klassenstufen: „Die Großen waren enttäuscht“, so Schreiner.
Ausstellung wie Katalog zu „Jugend gestaltet“ zeigen in einer breiten Palette von Themen und Stilrichtungen weniger, was die Jugend bewegt, als was im Unterricht Aufgabenstellung war. Das kann so reizend sein wie die gekonnte Bleistiftzeichnung von Zehntklässlerin Jasmin Ohlendorf. Die Renataschülerin hat ebenso lebendig wie akribisch ein sommersprossiges Mädchen in inniger Umarmung mit ihrem Hund auf dem Papier festgehalten. Mit zartem Farbspiel und Blick für Grafisches erfreut die Aquarellstiftzeichnung der Michaeliskirche von Andrea Corfei (LBZ für Hörgeschädigte).
Die Josephinum-Fünftklässler Victoria Lina Ortlepp und Eellavan Prabakaran halten mit expressionistischem Pinselschwung Gewitterstimmungen fest. Sinn für Farbe und die besondere Perspektive beweisen Till Aurich und Victoria Lina Ortlepp in ihren Treppenbildern.
Ganz nah dran ist Sophia Lucke: Die Siebtklässlerin hat den „Blickkontakt“ mit einem Leoparden perfekt auf die Spitze getrieben. Ebenfalls im Blick hatte Konstatin Baule die Augen: In seiner ausgefallenen und witzigen Collage hat er Menschen und Denkmälern neue Sehhilfen verpasst. Auch Goethe-Schülerin Maria Diem Huong Lê (12. Jahrgang) hat den Sprung zu den Gewinnern des Landeswettbewerbs geschafft: mit der Plastik eines „Träumenden“. Die 18. Landesausstellung „Jugend gestaltet“ wird morgen um 12 Uhr von der Kultusministerin im Kunstmuseum Celle am Schlossplatz 7 eröffnet. Sie ist bis zum 1. Juni zu besichtigen. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag geöffnet, zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Jugend gestaltet 2014-1

Wie komme ich hoch hinaus? Fünftklässler Till Aurich zeigt es in seinem „Treppenhaus“.