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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

03. November 2018

HAZ vom 3.11.2018: Zehnjähriger wirft deutschen Rekord

Der Josephiner Niels Timon Risch ist ein echtes Multi-Talent


Niels RischHildesheim. Man glaubt es kaum und fragt sich spontan: „Wie schafft es dieser kleine Kerl, den 80 Gramm schweren Schlagball auf die Rekordweite von 58 Metern zu werfen?“ Die Rede ist von Niels Timon Risch, zehn Jahre jung, gerade mal 1,51 Meter groß und 35 Kilogramm leicht.
Die Leichtathletik-Hoffnung der DJK Blau-Weiß Hildesheim übertraf zum Saisonabschluss 2018 den 40 Jahre alten Kreisrekord in seiner Altersklasse um nicht weniger als fünf Meter. Mit dieser Leistung führt der schmächtige, aber vielseitig talentierte Hildesheimer nicht nur die Bezirksbestenliste, sondern sogar das inoffizielle Ranking in der Bundesrepublik an.
Vielseitig talentiert ist Niels Timon Risch, weil er außerdem in der U 12 der DJK Fußball und Handball spielt. „Sind es die Gene?“ „Der gewaltige Armzug muss ihm angeboren sein“, staunt sein Betreuer Joachim Niesel. „Oder es sind die Gene seines Großvaters.“ Timons Opa ist nämlich der langjährige Präsident und Vizepräsident des Niedersächsischen Leichtathletik-Verband (NLV), Joachim Almstedt aus Ochtersum.
Über besondere Kraftübungen hat sich der Zehnjährige noch keine Gedanken gemacht. Auch ohne dieses spezielle Training gewann er in den beiden zurückliegenden Jahren die Kreisschülermeistertitel im Dreikampf und im Schlagballweitwurf.
Doch wo siehst Niels Timon Risch seine sportliche Zukunft? In der Leichtathletik, im Handball oder im Fußball? Rischs überraschende Antwort: „Im Volleyball.“ Mit dieser Sportart macht er derzeit in einer Arbeitsgemeinschaft im Josephinum erste Erfahrungen. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Eltern gilt es nun, die vielen verschiedenen Trainingstermine und -orte während der Woche nicht durcheinander zu bringen und die Sporttaschen immer mit den richtigen Utensilien zu packen.
TEXT und FOTO: WOLF-GERHARD KIND
03. November 2018

HAZ vom 30.10.2018: Erfolgreiche Sternengucker: Platz eins für Josephinum

Astronomie AG Preis 2018        

 

 

 

 

 

 

 

 

Jessica Neumann schaut in der Sternwarte des Josephinums durch das Okular des Teleskops. Arndt Latußeck (links) erklärt.
Foto: Christian Harborth

 

 von CHRISTIAN HARBORTH

Hildesheim - Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren darf sich das Josephinum über einen Förderpreis freuen, mit dem die Reiff-Stiftung für Amateur- und Schulastronomie Bildungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum für ihre nachhaltige Arbeit rund um Sterne und Sonnen auszeichnet. Die Preise werden am Samstag in der Uni Bochum überreicht.

Das Josephinum teilt sich den ersten Platz mit dem Einstein-Gymnasium in Neuenhagen bei Berlin. Das Preisgeld beträgt 2500 Euro pro Schule. „Mit dem Geld wollen wir eine neue Montierung kaufen“, sagt Arndt Latußeck. Die Montierung verbindet das Teleskop mit dem fest auf dem Dach des Kolleggebäudes an der Kreuzstraße installierten Fuß, auf dem das optische Präzisionsgerät steht.

Der promovierte Astronom und Lehrer des Josephinums schiebt auf dem Dach den Oberbau einer Holzhütte zur Seite und legt das Teleskop frei. Die Schule hat es vor vier Jahren mit dem damaligen Preisgeld der Reiff-Stiftung angeschafft. Die Holzhütte ist die Sternwarte der Schule. Der 48-jährige Pädagoge ist seit 15 Jahren die zentrale Figur des Astronomieunterrichts des Josephinums.

Arndt Latußeck ist der Vater des Erfolgs

Zusammen mit einigen Schülern will Latußeck am Samstag nach Bochum fahren, um den Preis entgegenzunehmen. Die Stiftung würdigt mit der Auszeichnung auch die Verdienste Latußecks, der sein derzeitiges Hauptthema „Die Entdeckung der Milchstraße“ in den Unterricht des Josephinums trägt. Für die Stiftung spielt auch die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Latußeck schaut mit seinen Schülern seit 15 Jahren in die Sterne – und zwar neben seiner Tätigkeit als Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik.

Man kann also sagen: Was die astronomischen Forschungen des Josephinums angeht, ist er der Vater des Erfolgs. Er hat auch die Sternwarte auf dem Galgenberg mit aufgebaut und ist Vorsitzender der Astronomie-Gesellschaft, die die Warte seit 2012 betreibt.

Was sein Engagement am Josephinum angeht, gibt sich der zweifache Vater aber gern bescheiden. „All das könnte ich nicht tun, wenn die Schule nicht die Voraussetzungen hierfür schaffen würde“, sagt er. Rund 600 Schüler haben sich während der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte mit ihm auf den optischen Weg ins All begeben, schätzt Latußeck. Dieses Engagement hat auch zu Erfolgen anderer Art geführt: Gleich mehrere Josephiner waren beim naturwissenschaftlichen Wettbewerb Jugend forscht erfolgreich. Zuletzt Abiturient Dennis Kobert, der 2018 einer der Bundespreisträger bei Jugend forscht war und sogar Glückwünsche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Astronaut Alexander Gerst von der ISS entgegennehmen konnte. Die heutigen Kontakte sind zwar spärlich geworden. Aber: „Dennis war gerade bei einem Symposium in London“, berichtet Latußeck.

25. Oktober 2018

HAZ vom 25.10.2018: Wirtschaftswachstum um jeden Preis?

Josephiner haben da so ihre eigenen Ansichten

Rund 80 Schüler diskutieren mit SPD-Politiker Westphal und Start-up-Gründerin Künzler über neue ökonomische Ziele

Von Martin Schiepanski
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Auf dem Podium (von links): HAZ-Chefredakteur und Moderator Martin Schiepanski, Jakub Haushahn, Bernd Westphal, Amelie Künzler, Max Maschke und Marc Beer.

 

FOTO: JULIA MORAS/HAZ

             Nachhaltigkeit Veranstaltung

 

Hildesheim. Wie muss man sich eigentlich ein Start-up vorstellen? Am besten weiß das jemand, der eines hat. Und dann geht die Definition so: „Ein Start-up ist wie eine Rakete, sie fliegt direkt hinter die Sterne – und der Treibstoff ist Geld.“ Die, die das sagt, ist Amelie Künzler. Die ehemalige Masterstudentin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) hat mittlerweile das Unternehmen „Urban Invention“ erfolgreich hochgezogen und stand am Dienstagabend auf dem Podium im Josephinum. Zuhörer waren die angehenden Abiturienten. Eingeladen hatten sie Künzler aber nicht wegen ihrer beruflichen Laufbahn, sondern weil sie ihr zum Thema wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeit auf den Zahn fühlen wollten – ein Themenkomplex, mit dem sich der Jahrgang derzeit intensiv beschäftigt.

In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass für die Schüler eine gute Konjunktur kein Wert an sich darstellt. Fachobmann Marc Beer stellte zu Beginn der Debatte fest, dass das Konsumverhalten seiner Schüler deutlich anders sei als das der Menschen seiner Generation. Wachstum sei für die jungen Menschen nicht das Maß aller Dinge. Begriffe wie ökologischer Fußabdruck, Müllvermeidung oder Einkommensgerechtigkeit beherrschten die Debatte. Dabei nannten die Schüler auch die Hürden: „Mir ist klar, dass wir unsere Forderungen zur Nachhaltigkeit aus einer privilegierten Position heraus stellen“, sagte Josephiner Max Maschke und verwies auf die Probleme der Schwellenländer.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal erinnerte daran, dass bei alledem die Arbeitsplatzfrage nicht ausgeklammert werden könne. Doch eine hohe Beschäftigungssituation und nachhaltiges Wirtschaften würden sich nicht ausschließen. Aber ohne Umdenken gehe es nicht. Zum Beispiel beim Thema Mobilität. So müssten sich die deutschen Autobauer intensiver mit Alternativen zum Verbrennungsmotor beschäftigen. „Wenn die Konzerne nicht bald auf andere Geschäftsmodelle kommen, dann kaufen die Menschen in Zukunft Fortbewegungsmittel bei Google und nicht bei VW.“

Künzler pflichtete ihm bei: „Wir Unternehmer haben die Werkzeuge in der Hand, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten.“ Ein Vergleich mit einer Rakete drängt sich in diesem Zusammenhang aber nicht auf.

15. Oktober 2018

HAZ vom 10.10.2018: Die gesammelten Werke des Vogelpastors

Ewald Bürigs Beiträge zur Ornithologie gibt es jetzt als Buch

Von Christian Wolters

Hildesheim. Rechtzeitig zum 93. Geburtstag des Hildesheimer „Vogelpastors“ Ewald Bürig sind jetzt die Beiträge des Pfarrers zur Ornithologie des Hildesheimer Landes im Verlag Gebrüder Gerstenberg erschienen:
Das Buch beinhaltet Aufsätze aus mehr als vier Jahrzehnten, allesamt erschienen im Hildesheimer Kalender, eine Pirsch quer durch die Brutreviere der Region, vom Eisvogel bis zur Wachtel.
Und alle Texte haben eines gemein: Sie sind Dokumente der Fachkenntnis des Autors – und seiner grenzenlosen Begeisterung für die heimische Vogelwelt.
                       Vogelpastor   Vogelpastor Eisvogel
      Der Autor auf der Pirsch  - und ein von ihm fotographierter Eisvogel ...

„Fischreihers Abschiedsmelodie“ ist etwa Bürigs erster Aufsatz aus dem Herbst 1975 überschrieben, und der damals 50-jährige Autor spricht sein Publikum direkt an: „Hast du, lieber Leser, eigentlich schon einmal einen richtigen Graureiher auf freier Wildbahn zu Gesicht bekommen? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch“ – aber lange werde es die „stolzen, schönen Vögel“ nicht mehr geben. Immerhin, dieser Pessimismus war nicht angebracht, der Reiher ist noch da – und Bürigs Texte, kraftstrotzend in ihrer Sprache und faktenreich dazu. So klärt der Ornithologe etwa auf, wie sich die Rufe von Bunt-, Mittel und Kleinspecht unterscheiden: „Kikkik-kik“ ruft Buntspecht, sanft und leiser „Güg-gig-güg“ der Mittelspecht, und ganz hell „Kik-kik-kik“ der Kleinste. Bürig selbst kann die Vogelstimmen perfekt imitieren.

Sein Enthusiasmus kommt nicht von ungefähr. Am Josephinum war er Schüler des legendären Paul Feindt, mit ihm gehörte er 1953 zu den 37 Gründungsmitgliedern des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim – und natürlich taucht auch Feind in einem der Aufsätze auf.

Info: Ewald Bürig, Beiträge zur Ornithologie des Hildesheimer Landes. Gesammelte Aufsätze im Hildesheimer Kalender 1976-2018, 192 Seiten, fast 200 Abb., ISBN 978-3-8067-8836-5, gebunden 19,95 Euro