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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

07. September 2018

HAZ vom 6.09.2018: Ein Josephiner im Kanzleramt - Angela Merkel und Astronaut Gerst gratulieren

von RENATE KLINK

Kobert und Kanzlerin

Blick in die Raumstation: Angela Merkel spricht bei einer Live-Schalte zur ISS mit dem Kommandanten Alesander Gerst.
Er ist seit 90 Tagen an Bord. Der Josephiner Dennis Kobert bekommt zum Abschied der Veranstaltung einen
Händedruck von der Kanzlerin.               
Fotos: Bundespresseamt/Jugend forscht


Hildesheim/Berlin. Sein Griff zu den Sternen hat dem 18-jährigen Hildesheimer schon eine Menge an Auszeichnungen und Aufmerksamkeit eingebracht. Himmelskörper sind das Spezialgebiet von Dennis Kobert. Als diesjähriger Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ kommt für ihn nun auch noch ein Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel dazu. Zusammen mit weiteren 60 Nachwuchsforschern aus ganz Deutschland ist er am Donnerstag in Berlin geehrt worden.

„Ich habe sie vorher noch nie live gesehen“, sagt der Hildesheimer am Donnerstag in einem Telefonat kurz nach der Veranstaltung. Er räumt ein, vor dem Empfang im Bundeskanzleramt schon ein bisschen aufgeregt gewesen zu sein. „Ist ja schon etwas besonderes.“ Seinen Eindruck von der Regierungschefin schildert der 18-Jährige als sehr positiv. „Sie wirkt ungezwungen, offen und lustig.“ Ihre Rede habe die promovierte Physikerin so eingeleitet: „Der wichtigste Satz eines Wissenschaftlers heißt nicht heureka – altgriechisch: ich habe es gefunden. Sondern: Da ist doch etwas komisch...“ Das hat ihm gefallen.

Live-Schalte zur Raumstation

Besonders gespannt war der Hildesheimer dann auf ein Highlight direkt nach der Preisverleihung: eine Liveschaltung zur internationalen Raumstation ISS. Eine seltene Gelegenheit für die versammelten Jungforscher, direkt mit dem deutschen ISS-Kommandanten Alexander Gerst sprechen zu können. Er ist seit 90 Tagen an Bord der Raumstation und hat nach eigenen Aussagen schon eine Menge an Experimenten ausführen können. Nun nimmt er sich eine gute Viertelstunde Zeit, um Fragen zu beantworten – so lange bis die ISS wieder hinter der Erde verschwunden ist, dann gibt es nämlich auch keine Funkverbindung nach Berlin mehr.

In einem blauen Weltraumanzug und mit schwerelosen Bewegungen erscheint der Astronaut auf der Bildfläche. Alle Preisträger hatten vorher eine Frage einreichen dürfen, sechs wurden ausgewählt. „Meine ist leider nicht dabei gewesen“, bedauert Dennis Kobert etwas. Er hätte den All-Experten gern zu seiner Einschätzung befragt, ob es wieder ein Wettrennen im Weltraum geben werde? Also die Frage, wer als Erster auf dem Mars landen könnte? „Gerade wenn China sich künftig noch stärker im Weltraum engagiert“, erläutert der Hildesheimer sein Interesse.

Sternhaufen sind sein Thema

Der 18-Jährige hat sich in seiner prämierten Forschungsarbeit mit der Dynamik eines offenen Sternhaufens beschäftigt. Das muss man sich so vorstellen: Jeder Himmelskörper beeinflusst alle anderen in seiner Umgebung. Doch wenn 1000 Sterne aufeinander reagieren, steigt die Zahl der Möglichkeiten schnell ins Milliardenfache. Um Struktur in die Sache zu bekommen, programmierte Kobert bis zu 20 Computer, die gleichzeitig die Veränderungen am Firmament berechneten. Das habe viel Zeit gebraucht. Ganz nebenbei hat er noch sein Abi am Gymnasium Josephinum mit einem Schnitt von 1,9 bestanden. Im Oktober beginnt er in Karlsruhe ein Informatikstudium.

Wenn er will, kann er sogar noch ein letztes Mal an dem Wettbewerb „Jugend forscht“ teilnehmen – Erstsemester dürfen das noch. Dennis Kobert überlegt noch. Eigentlich hat er sogar schon eine Idee, mit wem er ein neues Projekt starten könnte. Doch mehr möchte er dazu noch nicht verraten.

26. Juli 2018

HAZ vom 20.06.2018: Ehemalige Josephinerin wartet mit der „Lifeline“ auf Malta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neeske Beckmann, mit dem Schlauchboot unterwegs zu einem Seenotrettungsschiff vor Malta. / Foto: DPA

 

Neeske Beckmann

 

Valetta / Hildesheim - Das Schiff sei einsatzbereit. „Ein paar Seemeilen weiter ertrinken Menschen. Man lässt sie absichtlich ertrinken, indem man uns mit Vorwänden festhält.“ Die Crew sehe das als politischen Prozess, hinter dem die Abschottungspolitik Europas stehe.

Die Lifeline-Besatzung besteht aus knapp zwanzig Freiwilligen, die Jüngsten sind keine 20 Jahre alt, der Älteste über 70. Manche haben den Job gekündigt, ihr Studium unterbrochen, andere Urlaub genommen. Sie heuerten an, um Menschen vorm Ertrinken zu retten. Menschen, die sich mit hochseeuntauglichen Booten von Afrika auf den Weg nach Europa gemacht haben.

Für Neeske Beckmann, die gerade ihr Psychologie-Studium abgeschlossen hat, ist es die zweite Mission. Im Frühjahr war die Hildesheimerin mit der Sea-eye vor Libyens Küste unterwegs. Die See war rau, der Wind drückte die Schlauchboote zurück. „Einmal hatten wir einen Notruf vom MRCC aus Rom, dass ein Boot in unmittelbarer Nähe in Seenot ist“, erzählt sie. Das MRCC ist eine Koordinierungsstelle für Seenotrettung. Als die Sea-eye ankam, hatte die libysche Küstenwache die Menschen bereits geborgen und das Boot zerstört. „Wir konnten nur zugucken, wie sie zurück nach Libyen gebracht wurden, obwohl das gegen internationales Seerecht verstößt“, berichtet Beckmann.

Laut Seerecht müssen Menschen in Seenot in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden. „In Libyen erwarten sie Gewalt, Vergewaltigung und Versklavung“, begründet Beckmann, warum Libyen nicht als sicher eingestuft ist. „Danach war klar, dass ich wiederkomme. Was hier passiert, lässt mich seitdem nicht mehr los.“

Nur schwer ertragen die Freiwilligen, dass ihr Schiff im Hafen festliegt. Nach dem letzten Einsatz haben sie das Schiff geschrubbt, Decken und Schwimmwesten gewaschen, desinfiziert. Während Beckmann gekommen ist, um im Rettungsboot die Menschen in Seenot anzusprechen, arbeitet sie nun im Büro unter Deck. Immer wieder kommen Fragen, wie man helfen könne. Die Hildesheimerin hat mit den anderen einen Katalog erarbeitet: Geldspenden, Freiwillige, Leute, die zu Hause Protest organisieren. Den Film über das vor einem Jahr festgesetzte Rettungsschiff Juventa in die Kinos bringen. Kontakt zu den Kirchen halten. Viel Zuspruch kommt von der überwiegend katholischen Bevölkerung Maltas. Von unheimlich schönen Begegnungen berichtet Neeske Beckmann, die auch mit den Organisatoren der Seebrücke zu Hause in Verbindung steht. Wohlwollend hat sie registriert, dass Menschen europaweit gegen die Behinderung der Seenotretter protestieren.

06. Juni 2018

Kirchenzeitung vom 5.06.2018: „Werner konnte wunderbar Gedichte rezitieren!“

Guy Stern berichtet über die Judenverfolgung unter der Naziherrschaft

Wohl noch nie war der Atem der Geschichte im Unterricht am Bischöflichen Gymnasium Josephinum so spürbar wie diesmal. In der Person von Professor Guy Stern kam die Geschichte der Judenverfolgung unter der Naziherrschaft direkt ins Klassenzimmer.

Schon oft hat Guy Stern, der gebürtige Hildesheimer und Ehrenbürger der Stadt, über sich und seine Flucht vor den Nazis erzählt. Doch diesmal steht nicht er im Mittelpunkt, sondern sein jüngerer Bruder Werner. Während Guy Stern, damals hieß er noch Günther, das Andreas-Realgymnasium besuchte (Vorläufer des Scharnhorst Gymnasiums), ging Werner zum Josephinum. „Dass wir nicht beide auf der gleichen Schule waren, lag an der Quotenregelung der Nazis. Jede Schule durfte nur eine gewisse Anzahl jüdischer Schüler aufnehmen. An meiner Schule war die Quote bereits erfüllt. Und so kam Werner aufs Josephinum“, erinnert sich der 96-jährige Stern.

Guy Stern      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Guy Stern erzählt im Gymnasium Josephinum von sich und vor allem von seinem Bruder Werner. 
Fotos: Deppe


Während er selbst eher der sportliche Typ war, schildert Stern seinen Bruder als Feingeist. „Werner konnte wunderbar Gedichte rezitieren. Er war eher der Literat in unserer Familie und hätte später wahrscheinlich in diesem Bereich auf sich aufmerksam gemacht. Da bin ich mir ziemlich sicher.“
Mit 15 Jahren brachten die Eltern Günther nach Bremerhaven. Ein Onkel in St. Louis ermöglichte die Auswanderung in die USA. Eigentlich war das Ziel, dass der dynamische und sehr selbstständige Jugendliche von Amerika aus die Familie nachholen sollte. „Fast hätte es geklappt“, sagt Stern und bekommt auch heute noch feuchte Augen.

Guy Stern vor Schlern      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interessiert lauschen die Schülerinnen und Schüler dem Bericht von Guy Stern.

 

Die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses von Lehrer Malte Lischke haben lange nach Werner Stern geforscht. Doch viel wissen sie nicht. Im Gegensatz zu anderen jüdischen Schülern gibt es kein Abgangszeugnis mehr. Deshalb war der Besuch, das mündliche Zeugnis seines Bruders wichtig. „Ich weiß, dass er im Schuljahr 37/38 auf dem Josephinum war. In einem Brief hat er mir geschrieben, wie er den Brand der Hildesheimer Synagoge erlebt hat. Dass er sich weinend auf dem Schulhof in eine Ecke zurückgezogen hat und ein Lehrer ihn nach Haus schickte.“ Stern glaubt, dass Werner noch ein weiteres Schuljahr auf dem Josephinum war, doch dafür gibt es keine Beweise mehr. 
Fest steht, dass die Familie Stern – Vater, Mutter, Bruder Werner und Schwester Eleonore im April 1942 nach Warschau ins Ghetto deportiert und im KZ Auschwitz von den Nazis ermordet wurden.
Guy Stern landete mit der Invasionsarmee in der Normandie, kam dann nach Deutschland, fuhr nach Hildesheim und forschte nach seiner Familie. „Ich kannte hier jede Ecke, jede Straße – doch nichts stand mehr. Fast alles war zerstört. Meine Familie war fort.“
Zurück in den Staaten nahm Guy Stern sein Studium auf, machte Karriere als Literaturwissenschaftler und setzte sich auf vielfältige Weise gegen das Vergessen der Naziverbrechen ein. Aber er hasste nicht, sondern machte sich stark für Versöhnung. Zahllose Schulbesuche hat er gemacht. „Und so lange ich kann, werde ich mich mit den jungen Menschen treffen und ihnen über die Zeit damals erzählen. Ich trage eine Verantwortung. Ich muss den jungen Menschen klar machen, wie wichtig Demokratie ist und dass so etwas wie damals nie wieder passieren darf.“
Im September werden die Josephiner einen Stolperstein vor ihrer Schule verlegen, der an ihren ehemaligen jüdischen Mitschüler Werner Stern erinnern soll.

Edmund Deppe

31. Mai 2018

HAZ vom 26.05.2018: Gleich zwei Preise beim Bundesfinale

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doppelt erfolgreich beim Bundesfinale: Dennis Kobert

 

Foto: "Jugend forscht"

   

 Dennis Kobert 2018


Hildesheim
- Dennis Kobert (17) vom Gymnasium Josephinum hat am Wochenende gleich zwei Preise beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Darmstadt gewonnen. Zum einen wurde er Fünfter im Bereich Geo- und Raumwissenschaften, gehört also offiziell zu den Bundessiegern – denn nur die ersten Fünf werden ausgewiesen. Außerdem freut sich der 17-Jährige, der in Sillium wohnt, noch über einen Sonderpreis: Er nimmt an einem internationalen Wissenschaftsforum für Jugendliche in London teil, dem International Youth Science Forum. Und, als Sahnehäubchen, gab es auch noch eine Einladung zu einem Empfang bei der Kanzlerin obendrauf.

Obwohl, im Grunde war die gesamte viertägige Finalveranstaltung voller Sahnehäubchen, wie Arndt Latußeck berichtet, der Betreuungslehrer des Gymnasiasten. „Das ist ein fantastischer Erfolg“, sagte Latußeck, als die Redaktion ihn am Sonntag telefonisch während der Rückreise erreichte. Da kostete sein Schützling mit seinen Eltern noch das besondere Wochenende aus.

Auftritt von Max Giesinger

Am Samstagabend wurden in einer feierlichen Gala die Sonderpreise vergeben. Höhepunkt des Abends war ein Konzert mit Popstar Max Giesinger. Zur Bekanntgabe der Gewinner kam am Sonntag auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.
Insgesamt nahmen am Bundesfinale 182 Nachwuchsforscher teil – und ließen ihre Projekte von exzellenten Experten begutachten. So saß in der Jury, die Dennis Koberts „Untersuchung der dynamischen Stabilität offener Sternenhaufen“ bewertete, auch ein Vertreter eines renommierten Astronomie-Institutes. „Er beschäftigt sich den ganzen Tag mit Berechnungen, wie Dennis sie in seinem Projekt angestellt hat“, sagt der Lehrer, „die Projektarbeit kann also nicht so verkehrt gewesen sein.“
Das Josephinum war in den Vorjahren viermal hintereinander beim Bundesfinale vertreten. Für manchen Nachwuchsforscher ist die Veranstaltung schon zu einem Sprungbrett für eine spätere berufliche Karriere geworden. Firmen suchen nach Talenten, Visitenkarten werden verteilt, Kontakte geknüpft.

Künftiger Informatik-Student

Dennis Kobert will Informatik studieren und hat mit dem fünften Platz beim Bundeswettbewerb für künftige Bewerbungen auch einen Trumpf in der Hinterhand. Latußeck hat in den vergangenen Jahren indes immer wieder festgestellt, dass Jugend-forscht-Teilnehmer beim Weg durch die Wettbewerbs-Etappen bis hin zum Bundesfinale jeweils enorm an sozialer Kompetenz gewannen: Sie müssen bei Präsentationen ihre Projekte erläutern, stehen im Rampenlicht, sind gefragte Gesprächspartner. „Die Schüler wachsen durch diese Aufgaben", sagt Latußeck.
Inhaltlich klingt die Aufgabe, mit der sich der 17-Jährige befasste, knifflig. Die Stiftung Jugend forscht beschreibt sie so: „Wenn irgendwo im Weltraum die Dichte von Sternen besonders hoch ist, spricht man von Sternhaufen. Die Bahnverläufe der Sterne sind in diesem Fall besonders komplex, weil sich die Himmelskörper durch ihre Anziehungskräfte gegenseitig beeinflussen. Dennis Kobert entwickelte ein Computermodell, mit dem sich simulieren lässt, ob ein Sternhaufen stabil bleibt oder ob Sterne aus dem Verbund ausbrechen, was zu einem Kollaps des Sternhaufens führen kann.“