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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

25. November 2010

HAZ vom 25.11.2010: Ein Bild bleibt ein Bild

Neuer Kunstkalender des Josephinums für 2011

HILDESHEIM. „Konkret – Abstrakt“ lautet das Thema des neuen Kunstkalenders des Bischöflchen Gymnasiums Josephinum. 1000 Schüler waren an dem Jahreskalender beteiligt, aus den 400 Bildern wurden 13 für den Kalender ausgewählt. „Ich war überrascht, weil ich nicht davon ausgegangen bin, dass mein Bild passt“, freut sich Sabrina Pick.

sabrina kalenderDie 18-Jährige (Foto: Dietz) hat das Titelbild für den Kalender gemalt. Es zeige das Gesicht einer Mitschülerin „aus verschiedenen Perspektiven“. Dabei habe sie sich von Pablo Picasso inspirieren lassen, erklärt Pick. Thematisch gehe es vom Abstrakten zur Realität und von der Realität zum Abstrakten, beschreibt Kunstlehrer Peter Franke die Palette der Stilrichtungen. Die moderne Kunst habe die Schüler in ihren Ideen begleitet. „Es gibt aber keine Kopien von berühmten Malern, alle Abbildungen im Kalender sind selbstständige Bild-Erfindungen der Schüler“, so Franke.

Hauptverantwortliche für das Kalender-Projekt war Kunstlehrerin Dr. Sabine Schreiner. Das bunte März-Kalenderblatt von Larissa Waschkewitz erinnert zum Beispiel an den russischen Maler Kandinsky. Für den Monat Mai lässt Johann Bruns Wiesenblumen aus dem Daumen einer Menschenhand sprießen. Felix Hofmann zeigt als Juli-Stimmung eine Landschaft mit Segelboot.

Wie die Begriffe „konkret“ und „abstrakt“ für die jeweiligen Kalenderbilder der 10- bis 19-jährigen Schüler zu verstehen sind, ließ Schulleiter Benno Haunhorst offen. In jedem Fall lade der Kalender dazu ein, über die Kunst selbst nachzudenken. Denn jede Kunst sei abstrakt, „weil sie nicht der Gegenstand selbst ist, den sie darstellt“, so Haunhorst. „Ein Bild ist immer ein Bild!“ „Ihr habt das ganz toll gemacht“, lobte Reiner Verwiebe vom Lions Club Hildesheim-Marienburg, der das Kalender-Projekt sponsert.      mdi

Für 7 Euro ist der DIN-A3-große Kunstkalender im Sekretariat des Josephinums, Domhof 7, erhältlich. Der Erlös kommt dem Josephinum in Indien sowie regionalen Projekten der Jugendförderung zugute.

Für das Titelbild des neuen Kunstkalenders 2011 hat sich Josephinum-Schülerin Sabrina Pick von Picasso inspirieren lassen. Foto: Dietz


18. November 2010

Huckup vom 17.11.2010: Das Josephinum ist offen für alle Religionen

Leistungskurs Religion auch für Andersgläubige möglich

HILDESHEIM. “Schüler anderer Religionen hat es am Josephinum immer gegeben”, sagt Schulleiter Benno Haunhorst. Im 19. Jahrhundert waren das hauptsächlich Juden, in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Japaner und seit einigen Jahren gehen immer mehr Schüler anderer Konfessionen auf das Josephinum, ein katholisches Gymnasium in Trägerschaft des Bischofs.








Balraj Kaur Gill (von links), Thao-Mi Tran, Thinoshan Sivakumaran und Semih Cem Tuncay besuchen das katholische Josephinum. Foto: Mayen

religionen am josephinum 

Wobei “immer mehr” relativ ist: Derzeit sind 84 Prozent der Schüler Katholiken, etwa 2,5 Prozent der Schüler sind keine Christen, sondern Angehörige anderer Religionen. Balraj Kaur Gill ist Sikh, Thao-Mi Tran ist Buddhistin, Thinoshan Sivakumaran ist Hindu und Semih Cem Tuncay Moslem. Sie alle besuchen das Josephinum und fühlen sich hier wohl. Sie sind in das Schulleben integriert, nehmen am Religionsunterricht teil und an den Schulgottesdiensten.

“Ich bete nicht mit beim Morgengebet”, berichtet Thao-Mi Tran. Sie übt wie alle anderen ihre Religion aus. Thao-Mi Tran: “Ich fahre jeden zweiten Sonntag in die buddhistische Pagode nach Hannover.” Für Thinoshan Sivakumaram gehört auch das Morgengebet dazu. Er belegt sogar einen Leistungskurs Religion. Auch das ist unabhängig von der Religionszugehörigkeit möglich. Semih Cem Tuncay ist schon im Elternhaus religiös erzogen worden. “Ich gehe regelmäßig zum Freitagsgebet“, sagt er.

Missionierung ist kein Thema

„Mir war es vor allem wichtig, auf eine religiöse Schule zugehen“, sagt Semih Cem Tuncay weiter. Würde das Josephinum auch Kinder aufnehmen, die aus konfessionslosen Elternhäusern kommen? Schulleiter Benno Haunhorst: „Wer auf das Josephinum gehen möchte, muss wissen, dass hier gebetet wird und dass hier Schulgottesdienste stattfinden.”

Wichtig sei nicht, dass man katholisch, sondern dass man einer Religion zugehörig ist. Eine Missionierung der Schüler finde dabei nicht statt, wie Eltern vielleicht meinen könnten. Die Schüler leben ihre eigene Religion selbstbewusst, gehören dennoch dazu. Thinoshan Sivakumaram: “Hier gehört man zu einer Gemeinschaft.”

Doch warum entscheiden sich Schüler oder ihre Eltern für eine bestimmte weiterführende Schule? Thao-Mi Tran und Balraj Kaur Gill haben eine gemeinsame Antwort: “Unsere Grundschullehrerin hat uns empfohlen, auf das Josephinum zu gehen.” Eine Entwicklung bereitet Benno Haunhorst Sorge. Immer mehr Menschen hätten trotz ihrer Konfessionszugehörigkeit keine innere Bindung zur Religion. Auch am Josephinum sei das spürbar.

Bei den Josephinern nicht christlicher Konfessionen ist das anders. Gerade wegen der starken Bindung zu ihrer Religion haben sie sich das Josephinum als Schule ausgesucht. Benno Haunhorst: “Das ist für das Josephinum eine Bereicherung.” apm


02. November 2010

HAZ vom 02.11.2010: "Dann ist man fast in der Hölle"

Am katholischen Feiertag Allerheiligen warnt evangelischer Ex-Bischof vor Selbstüberhebung

Hildesheim (bar). Was macht eigentlich einen Heiligen aus? Der ehemalige evangelische Landesbischof und heutige Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler, fand es zumindest schon „fast heiligmäßig“, wie aufmerksam die Schüler des Josephinums seinen Vortrag zum Thema „Heilige und Vorbilder“ verfolgten. Anlass des Referates waren die Feiertage Reformationstag und Allerheiligen. Beide werden an dem katholischen Gymnasium gleichzeitig begangen werden, um den Schülern beider Konfessionen gerecht zu werden. Die letzten oberen Jahrgänge des Gymnasiums waren als Zuhörer eingeladen.

allerheiligen hirschler







Seine kirchliche Laufbahn begann er als  Schulpastor. Jetzt spricht der frühere Landesbischof Horst Hirschler vor Oberstufenschülern des Gymnasiums Josephinum. Foto: Barth

Für evangelische Christen, so stellte Hirschler heraus, seien keine besonderen Heldentaten nötig, um „Gott recht“ zu sein. Dafür reichten Glaube und Gottvertrauen, „da muss man nicht noch Klimmzüge am Kronleuchter machen“. Vollkommen Heilige gebe es ohnehin nicht: „Wir sind alle Sünder.“ Das gelte auch für die Kirche: „Die Kirche ist eine große Sünderin.“ Es sei aber möglich, sündig und gerecht, nämlich von Gott angenommen, zur gleichen Zeit zu sein. Heilige sehe man in der evangelischen Kirche eher als vorbildliche Christen, derer man gedenke.

Wenn ein Mensch einen anderen anrühre, ihn Gott nahe bringe, weil Christus durch ihn rede, dann erfülle dieser Mensch wohl in dem Moment die Rolle eines Heiligen, ohne es selbst zu wissen. Gefährlich sei es aber, wenn sich jemand selbst schon ganz heilig vorkomme: „Wenn man selber merkt, dass man heilig ist, dann ist man schon fast in der Hölle.“

Hirschler sprach über das Thema lebendig, humorvoll und am Beispiel von Diskussionen, die er mit Katholiken darüber geführt habe. Auch wenn man im Thema nicht zueinander gefunden habe, seien das oft fruchtbare Gespräche gewesen – „wir haben uns richtig gut verstanden“.

Wie Schulleiter Benno Haunhorst erläutert, lädt das Josephinum im Wechsel mal Vertreter der katholischen, mal der evangelischen Kirche ein. Für die überwiegend katholischen Schüler habe die Sicht des einstigen Landesbischofs einmal einen ungewohnten Blick auf die Heiligenverehrung ermöglicht.

Hirschler berichtete, in seinen eigenen Schülertagen sei eine solche Veranstaltung noch undenkbar gewesen. Da hätten sich Kindergruppen beider Konfessionen gegenseitig verdroschen und die Familien suchten den Bäcker oder Fleischer nach der Zugehörigkeit zu ihrer Kirche aus.

Von den Schülern nach der heutigen Situation der Kirche gefragt, erklärte Hirschler, Jugendliche fänden heute nur noch schwer den Weg in die Kirche: „Das ist meine größte Sorge.“

12. Oktober 2010

HAZ vom 12.10.2010: Europa in einem Klassenzimmer

Comenius-Projekt: Im Josephinum arbeiten Schüler und Lehrer aus fünf Ländern zusammen

Hildesheim (jaz). Was kann man tun, damit sich Europäer untereinander näher kommen? Eine Möglichkeit sind gegenseitige Besuche und gemeinsames Arbeiten. Am Josephinum haben Schüler und Lehrer aus fünf Ländern zwei Tage lang versucht, voneinander zu lernen.

comenius haz interview












Jana Hinz von der HAZ im Interview mit Cordelia Johnston von der COMENIUS-Partnerschule aus Hobro/Dänemark.

Am Ende hält sich Cordelia Johnston eine Spielzeug-Pistole an die Schläfe. Ihr Blick ist leer, ihre Augen sind verheult. Doch die 17-jährige Dänin drückt nicht ab. Sie lächelt, nimmt die Pistole herunter und verbeugt sich. Das Publikum soll über das Ende der Geschichte entscheiden. Die übrigen Schüler im Raum klatschen. Denn Cordelia Johnston ist für einige Minuten in die Rolle einer Frau geschlüpft, die an ihren Familienproblemen verzweifelt. Gemeinsam mit Schülern des Josephinums und Jugendlichen aus Italien, Frankreich und der Slowakei spielt die junge Dänin zwei Tage lang Theater. Das Ziel: Die Schüler sollen über typische Familienprobleme sprechen und herausfinden, wie in verschiedenen europäischen Ländern damit umgegangen wird. Sie tun dies im Rahmen des so genannten Comenius-Projektes. Pro Teilnehmer 800 Euro von der EU Zwei Tage lang arbeiten 35 Schüler und 21 Lehrer aus fünf Ländern am Josephinum zusammen, die meiste Zeit sprechen sie Englisch. Während sich Lehrer und Direktoren über Probleme und Schul-Ideen austauschen und ihre Länder vergleichen, spielen die Schüler Theater, drehen einen Film oder basteln an unterschiedlichen Kunstprojekten.

Insgesamt dauert das Comenius-Projekt zwei Jahre, in denen sich die Teilnehmer mehrmals in den verschiedenen Ländern treffen. Finanziert und unterstützt wird das Ganze von der Europäischen Union – pro Teilnehmer gibt es rund 800 Euro. Das Treffen am Josephinum ist nur ein kleiner Teil des zweijährigen Weges. „Es geht darum, dass europäische Schulen zusammenarbeiten, sich näher kommen und voneinander lernen“, erklärt  Maria Homeister, die das Projekt am Josephinum leitet. Für jedes Treffen bestimmen die Lehrer ein Thema – diesmal sind es Familienstrukturen. „Es geht zum Beispiel darum, wie berufstätige Mütter in den jeweiligen Ländern vom Staat unterstützt werden“, sagt Homeister. Prinzipiell gelte: In unterschiedlichen Ländern gibt es ähnliche Probleme, daher könne man sich austauschen.

„Comenius ist eine gute Möglichkeit, um andere Menschen kennenzulernen, außerdem liebe ich Theater“, sagt Cordelia Johnston. Als ihre Schule im dänischen Hobro sie fragte, ob sie für zwei Tage mit nach Hildesheim reisen wolle, sei sie sofort begeistert gewesen. „Ich kannte Comenius schon vorher, es ist einfach toll voneinander zu lernen.“

Das findet auch Monica Andersen. Die 17-Jährige kommt ebenfalls aus Dänemark und arbeitet im Kunstraum des Josephinums an Giacometti-Figuren aus Pappmaché. „Ich stelle dar, wie sich zwei geschiedene Eltern um ihr Kind streiten“, erklärt Monica. Neben ihr sitzt Kirstin Kemper und hilft beim Basteln. „Es entstehen richtige Freundschaften“, erzählt die 15-jährige Josephinerin. „Und das Witzige ist: Manche Vorurteile bestätigen sich. Die Italiener sind sehr offen und laut, die Slowaken eher zurückhaltend, die Franzosen rauchen, und die Dänen sind sehr sozial.“