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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

24. November 2018

HAZ vom 24.11.2018: Der Dom in der Wasserlache wird zum Titelbild

Bildkalender von Josephinum und Lions-Club Hildesheim-Marienburg

Kalender 2018 HAZ HP

   

 

 

 

 

 

 

 

Ihre Arbeiten wurden für den Kalender ausgesucht: 13 Schüler des Josephinums aus den Jahrgängen sieben bis zwölf.
FOTO: WIEBKE BARTH

Von Wiebke Barth
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Hildesheim. Eine junge Frau balanciert eine Gießkanne auf dem Kopf, ein Meerschweinchen sitzt auf der Parkbank, kleine Plastikfiguren fahren Snowboard in einer Hecke, ein Bündel Luftballons scheint auf dem Weg zum Mond und ein alter Monitor steht vergessen unter Rosenranken. All das sind Motive aus dem neuen Bildkalender des Josephinums. Schüler der Jahrgänge sechs bis zwölf haben Fotos und Fotomontagen zum Thema „Gewöhnliches ungewöhnlich“ erstellt und dabei Alltägliches aus ungewohnter, neuer Perspektive wahrgenommen.

Seit 17 Jahren bringt das Gymnasium jedes Jahr in Kooperation mit dem Lions-Club Hildesheim-Marienburg einen Kalender heraus. Die Schule liefert die Bilder, der Club übernimmt die Druckkosten. Der Erlös aus dem Kalenderverkauf kommt der Partnerschule des Josephinums in Indien zugute.

Das Gymnasium trage die Kosten für Unterkunft und Verpflegung der dortigen Internatsschüler sowie das Gehalt für mehrere Lehrer, erklärt Schulleiter Benno Haunhorst. Rund 30 000 Euro im Jahr fließen nach Indien. Der Kalenderverkauf trägt neben anderen Aktionen dazu bei.

Rund 300 Bilder wurden dieses Jahr für den Kalender eingereicht. Die Kunstlehrer Angelika Gehler, Olga Sonderhoff, Alke Lübs und Peter Franke wählten die überzeugendsten und originellsten Arbeiten aus. So kommen allein fünf Bilder aus der Klasse 7c. Noelia López Barriga ist bereits das zweite Jahr in Folge dabei. Das Titelbild, fotografiert von Henning Oelkers, sei aus einem Zufall heraus entstanden, erzählt Lehrer Franke: Der Blick auf den Dom spiegelt sich in verschüttetem Wasser auf der Fensterbank des Schulzimmers.

Club-Präsident Ralf-Manfred Lehne sowie Metin Sahal und Jens Schulte-Koch vom Lions-Club Hildesheim-Marienburg beschenkten die 13 Schüler, deren Bilder ausgewählt wurden, mit Buchgutscheinen. Der Kalender wird an Clubmitglieder verkauft und ist auch im Schulsekretariat für 7 Euro zu erwerben.

22. November 2018

Kirchenzeitung vom 22.11.2018: Hebt meine Post auf, bis ich wiederkomme!

Rund zwei Jahre haben sich Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums Josephinum in Hildesheim mit Feldpostbriefen des Ersten Weltkriegs beschäftigt. Dabei ging es nicht um irgendwelche Briefe, sondern um den Briefwechsel von Soldat Hermann Schmidt aus Veltheim bei Braunschweig mit seiner Familie.

Feldpost Deppe 1     

Feldpost Deppe 2

Hermann Schmidt –
Rekrutenausbildung im Juli 1917.
  Insgesamt 53 Feldpostbriefe hat Hermann Schmidt nach Haus geschickt –
adressiert an den Dachdeckermeister Wilhelm Schmidt.

 

VON EDMUND DEPPE

Intensiv haben sich die Oberstufenschüler mit den Feldpostbriefen von Hermann Schmidt auseinandergesetzt. Sie stammen aus Privatbesitz und sollten bei einer Dachbodenentrümpelung wegge­schmissen werden. Studiendirektor Torsten Memmert erkannte den geschichtlichen Wert der Briefe. Er nahm sie mit in die Schriftkunde-AG des Gymnasiums Josephinum. „Zur Zeit sind das alles Oberstufenschüler aus dem Leistungskurs Geschichte und sie haben sich richtig in die Sammlung reingekniet“, verrät Memmert.
Da wurde gesichtet, chronologisch sortiert und sich in die anfangs unge­wohnte Schrift eingelesen. Insgesamt gibt es 65 Briefe, davon hat Hermann Schmidt 53 geschrieben. „Wir haben al­le Briefe transkribiert, also erfasst, und dann ausgewertet. „Wir haben Hermann Schmidt ziemlich gut kennengelernt und konnten seinen Werdegang als Soldat sehr genau verfolgen“, erzählt Pauline Fikowski.
Der am 20. Oktober 1899 geborene Sohn des Dachdeckermeisters Wilhelm Schmidt wird am 22. Juni 1917 einge­zogen und beginnt sein Soldatendasein bei der Landwehr in Hannover. Über Munster und Celle geht es schließlich Ende Oktober nach Russland, wo er aufgrund einer Lungenentzündung und dem Waffenstillstand im Dezember nicht mehr zum Kampfeinsatz kommt.
Hermann schreibt oft nach Haus an seine Familie und bittet in seinem er­sten Brief darum: „Hebt doch meine ganze Post auf, bis ich wiederkomme!“ Die Briefe sind dicht, gewähren auch einen Einblick in das Gefühlsleben des jungen Mannes. Und sie spiegeln die Situation an der Front wider. „Soldat zu sein, scheint dem gelernten Dachdecker anfangs etwas zu bedeuten. Er ist wer. Aber im Laufe der Zeit, gerade aus den späteren Briefen aus Frankreich von der Westfront, spricht der Kriegsüberdruss und das Bewusstsein, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen ist“, meint Fi­kowski.
Die Feldpostbriefe berichten von der schlechten Situation und Ausrüstung der Soldaten an der Front: mangelnde Hy­giene, Krankheiten, Kälte, Hunger. Das schreibt Schmidt nicht direkt, aber es ist aus seinen Wünschen ersichtlich, Wün­sche für das nächste Paket aus der Hei­mat. „Auf den Krieg selbst, auf Kampfhandlungen, an denen er als Angehöri­ger der schweren Reiterei und später als Maschinengewehrschütze sicher betei­ligt ist, geht er nicht ein“, berichtet Sven Strüber. Auch haben die Teilnehmer der AG festgestellt, dass es keine Zensur von seiten der Militärführung gab.
„In seinen Briefen nach Haus erkun­digt sich Hermann immer nach seiner Großmutter und pflegt in seinen Briefen einen engen Kontakt zu seiner Familie, der sich im Laufe der Zeit immer weiter intensiviert“, so Pauline. Er nimmt An­teil an den Jahreszeiten, fragt nach der Ernte, will wissen, wie Weihnachten die Krippe aufgebaut ist und ob der Christbaum wieder am alten Platz steht. „Das Projekt war spannend. Wir haben sozu­sagen Geschichte live miterlebt. Jeder Brief war für uns eine Überraschung“, sagt Clemens Boenkendorf. „Aus vielen kleinen Puzzel­teilen ist dann schließ­lich ein Gesamtbild entstanden.
Aufgefallen ist den Schülerinnen und Schülern, dass sich Hermann anfangs noch nach Freunden erkundigt. Doch das wird immer seltener, da auch Freunde gefallen sind. Vielleicht war es ein Selbstschutz, vielleicht wollte er auch seine Fa­milie nicht beunruhigen. Hermann selbst schreibt resigniert in einem Brief 1918 zum Tod von immer mehr Soldaten aus Veltheim: „... aber da ist nichts gegen zu machen.“
In seinen Briefen klingt vermehrt der Wunsch nach Frieden durch und die Hoffnung, dass er bald zu seinem Geburtstag nach Hause auf Urlaub kommt. Doch diesen Urlaub erlebt er nicht mehr. Sei­nen letzten Brief hat Hermann Schmidt kurz vor seinem Geburtstag am 8. Okto­ber 1918 geschrieben, danach gilt er als vermisst.
„Uns hat besonders angerührt, dass Hermann ungefähr in unserem Alter war, als er vor 100 Jahren Schreckliches er­lebt hat. Wir können froh und dankbar sein, dass wir in einem friedlichen Eur­opa leben können“, lautet das Fazit von Pauline Fikowski.

Aus der Arbeit der Schriftkunde AG ist nun eine kleine Ausstellung entstanden, die im 1. Obergeschoss im Altbau des Josephinums (Domhof 7) während der Schulzeit (in der Regel bis 13 Uhr) besichtigt werden kann. Sie dokumentiert den Großteil der letzten beiden Lebensjahre von Hermann Schmidt in Verbindung mit der Geschichte des Ersten Weltkrieges.

 

Feldpost Deppe 3              Feldpost Deppe 4
Das könnte in einem Paket aus der Heimat. gewesen sein. Pauline Fikowski präsentiert eine Originalflasche Sidol aus der Zeit.   Auf einem alten Familienbild zeigt Torsten Memmert (mitte) den Mitgliedern der Schriftkunde-AG und seinem Kollegen Malte Lischke (rechts) Hermann Schmidt. | Fotos: Edmund Deppe
14. November 2018

HAZ online vom 14.11.2018: Der Josephiner, der 007 drehte

Frlich James Bond

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Josephiner Hubert Fröhlich war 1968 Produktionsleiter des Bond-Films „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

 

Eine „freistehende Gipfelstation mit einer Bergseilbahn“ – so beschrieb Ian Flemings James-Bond-Roman das Schurkenversteck in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Keine leichte Aufgabe für den Hildesheimer Hubert Fröhlich.

Fröhlich wurde am 23. Oktober 1928 als Sohn eines Sohn eines Oberstudienrates und seiner Frau im damaligen Schlesien geboren. 1945 zog er nach Harsum und 1948 hat er sein Abitur am Josephinum gemacht. Nachdem er bei Lawrence von Arabien und der Fernsehproduktion Hafenpolizei mitgewirkt hatte, wird er 1968 überraschend zum Bond-Produktionsleiter berufen. „Im Geheimdienst“ ist der einzige 007-Film mit George Lazenby in der Hauptrolle.

„Für einen Produktionsleiter ist es am wichtigsten, zuerst einen geeigneten Hauptdrehort zu finden“, sagt Fröhlich zu seiner Aufgabe. Also machte er sich auf die Suche. Erst in Italien, dann in Österreich, schließlich in Frankreich. Doch eine passende Bergbahn war nicht zu finden.

In der Schweiz wurde Fröhlich schließlich fündig. Er erzählte dem Concierge eines Hotels von seinen Problemen. „Fahren Sie doch nach Mürren“, schlug der Portier vor. Der Ort sei „gleich hinter den Bergen“. Dann zeigte er eine Postkarte der noch im Bau befindlichen Schilthorn-Gipfelstation: freistehend, imposant, aus glitzerndem Aluminium. „Wenn die Besitzer eines Tages das Geld haben, soll sie sich sogar drehen“, sagte der Portier. Hubert Fröhlichs Augen leuchten, wenn er an den Augenblick zurückdenkt. Er schnipst mit den Fingern: „Da wußte ich, daß ich den richtigen Drehort gefunden hatte.“

Im Oktober 1968 kam das englische Filmteam in Mürren an. Dann begannen die Alltagsprobleme: Alle Seilbahnkabinen mußten in einer Farbe gestrichen werden, auf dem Gipfel gab es zu wenig Strom für die Beleuchtung, die englischen Stecker paßten nicht in die Schweizer Steckdosen. Sieben verschiedene Gewerkschaftsvertreter waren mitgereist, und die drohten mit einem Streik, wenn das Team nicht sofort warme Schutzkleidung bekommen würde. „Und außerdem mußten wir für jeden Meter, der die normalen Arbeitsbedingungen überschritt, eine Höhenzulage bezahlen, und für jeden Kältegrad, der unter dem Normalen lag, eine Kältezulage.“

Am 17. Mai 1969 fiel die letzte Klappe für die Aufnahmen in der Schweiz. Nach sieben Monate Dreharbeiten verließ das englische Filmteam das Alpenland. Fröhlich aber liess sich in Mürren nieder. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 blieb er – ganz nah an „seiner“ Schilthorn-Gipfelstation.

12. November 2018

HAZ vom 9.11.2018: „Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei“

Feldpost 1       

 

 

 

 

 

Pauline Fikowski liest einen der Briefe vor, Daniel Held (von links), Torsten Memmert, Benedict Senf, Victoria von Aufseß, Sven Strüber, Malte Lischke, Clemens Boenkendorf und Anna Landers hören zu.
FOTO: CHRISTIAN HARBORTH


Hildesheim
. So sah Propaganda im Jahr 1918 aus: „Gruß aus der Sommerfrische“ steht unter einer Postkarte, die der Soldat Hermann Schmidt kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs von der Westfront nach Hause schickt. Auf dem Bild ist ein gezeichneter Soldat zu sehen, gut gelaunt, pfeiferauchend und lustig mit den Beinen wippend. Einen frechen Hund an seiner Seite, ein singendes Vögelchen auf einem Pfosten des Unterstands.

Die Szene soll den Menschen in der Heimat ein leichtes Leben in der Ferne vorgaukeln. Mit der Realität, dem entsetzlichen Leid und dem Krepieren an den Fronten des Weltkriegs, hat es nichts zu tun. Die Gräuel blendet der Soldat auch in seinen Zeilen weitestgehend aus.

Ein Geschichtsleistungskurs des Josephinums hat mehr als 60 Briefe des Soldaten ausgewertet und das Ergebnis als Ausstellung „Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Feldpost eines Frontsoldaten“ zusammengefasst. Die Ausstellung wird am heutigen Freitag um 18 Uhr im Obergeschoss des Josephinums eröffnet. Schüler wollen Passagen aus den Briefen vorlesen, zudem wollen die Mädchen und Jungen Einblicke in ihre eineinhalb Jahre dauernde Arbeit geben.

Die sechs Oberstufenschüler sind zusammen mit ihren beiden Lehrern Torsten Memmert und Malte Lischke tief in die damaligen Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Person Hermann Schmidts und dessen Familie in Veltheim abgetaucht. Das fängt bei Dingen des alltäglichen Bedarfs an, die Schmidt bei seinen Eltern bestellt: Reinigungsmittel, Zigaretten und Nahrung etwa. Aber die Schüler haben auch auf die persönliche Entwicklung des Soldaten untersucht. „Man merkt, dass es ihm später psychisch gesehen nicht mehr so gut ging“, sagt Pauline Fikowski.

Zum Ende hin lässt der Soldat trotzdem – für damalige Zeiten eher unüblich und gefährlich – private Auffassungen durchblicken. „Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei“, schreibt er am 8. Oktober 1918 aus Sains du Nord an seine Eltern. Und: „Den Krieg werden wir wohl nicht gewinnen.“

Damit sollte er Recht behalten. Am 11. November 1918 ist der Krieg beendet. Doch Schmidts Eltern bekommen
keine weiteren Zeilen ihres Sohnes. Wann er fällt, ist nicht dokumentiert. In Veltheim steht sein Name heute mit dem Zusatz „vermisst“ auf einem Gedenkstein. Ein Foto des Mannes gibt es nicht. An den Schülern ist die 18-monatige Arbeit nicht spurlos vorbei gegangen. Einige sind in dem Alter, in dem Schmidt starb. Schüler Daniel Held sagt: „Es ist so, als wenn ich in Russland an der Front wäre.“ Cha

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Hermann Schmidts Postkarte vom 15. März 1918 an seine Familie.