Es scheint, dass die Ausführung von JavaScript in Ihrem Browser deaktiviert ist oder verhindert wird (z.B. durch NoScript).
Bitte aktivieren Sie JavaScript um alle Funktionen der Website nutzen zu können!
slider00.jpg slider01.jpg slider02.jpg slider03.jpg slider07.jpg slider11.jpg slider14 jo-lauf 2.jpg slider14.jpg slider16.jpg slider18.jpg slider19.jpg slider20.jpg slider22.jpg slider23.jpg slider24.jpg slider25.jpg slider26.jpg slider27.jpg slider28.jpg slider29.jpg slider30.jpg slider31.jpg slider32.jpg

Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

04. April 2020

Kirchenzeitung vom 5.4.2020: Wir sehen uns dann im Netz

             

Gerade haben die Osterferien begonnen. Doch für die Schülerinnen und Schüler hat sich zur Corona bedingten Schulpause nicht viel geändert. Sie können sich nicht persönlich treffen und weichen auf die sozialen Netzwerke aus.

 

Von ANNA ABRAHAM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autorin Anna Abraham hält den Kontakt zu ihrer Freundin Charlotte Hustedt per WhatsApp und Videochat.

 

Es ist Freitagabend in Hildesheim. Auf dem Bildschirm läuft „Bibi und Tina 4“, Imke Pollenske (18) macht es sich auf ihrem Sofa gemütlich. Zusammen mit ihren Freundinnen kommentiert sie die Szenen genüsslich – Filmabend eben. Doch eines ist anders als sonst: neben Imke sitzt niemand, sie ist allein in ihrem Zimmer, genau wie ihre Freundinnen. Die sitzen im Landkreis verstreut und telefonieren über Whats App.

Von Corona und Schulschließungen wollte sich die Gruppe nicht unterkriegen lassen. Also versuchten sie erst den Film über Skype zu übertragen, zu pixelig, und fanden schließlich den Anbieter „Watch2gether“, der es erlaubt, Filme synchron auf verschiedenen Geräten anzuschauen. Auch sonst ist für Imke Corona kein großes Thema, mithilfe sozialer Medien bleibt sie in Kontakt mit ihren Freundinnen. Während der Gespräche kommt das Virus nicht so häufig vor, „was bringt es, sich aufzuregen“? Ihre Geburtstagsfeier hat Imke Pollenske aber abgesagt. Schon, um ihre Großeltern nicht zu gefährden. Unterschiede bemerkt sie in ihrem Beziehungskreis. Auf einmal spricht sie wieder jeden Tag mit alten Bekannten, die sie sonst kaum sieht.

Schülerin Charlotte Hustedt (17) vom Gymnasium Josephinum in Hildesheim nutzt die freien Momente und telefoniert wieder regelmäßiger mit ihrer Gastfamilie aus Neuseeland, bei der sie ein Jahr gelebt hat. Während sie im Alltag nur bei wichtigen Ereignissen die Zeitverschiebung von zwölf Stunden überwindet, reicht jetzt ein gutes Buch für einen Anruf.

Schwierig für Imke ist der Blick in die Zukunft, eigentlich soll sie im April erste Abschlussarbeiten für ihr Fachabitur ablegen. Noch sind diese nicht abgesagt, vielleicht werden sie verschoben. Die Informationslage ist ungewiss. Mithilfe von E-Mails schicken ihre Lehrer ihr Hausaufgaben. Sie freut sich, dass sie sie erledigen kann, wann sie möchte. „Die Erläuterungen fehlen mir allerdings schon“, sagt die Schülerin. Wenn sie Hilfe braucht, fragt sie ihre Mitschüler.

Charlotte begeistert sich für Lernplattformen wie „the simpleclub“ und hat sogar das Gefühl, selbstbestimmt schneller im Stoff voranzukommen.

Auch Langeweile gehört zum Corona-Alltag

Häufig allerdings ist Imke langweilig. „Die ersten Tage habe ich viele Filme geschaut, inzwischen verbringe ich meine Zeit mit Lesen oder Puzzeln.“ Auf Dauer sind Videochats für sie keine echte Alternative und sie freut sich schon darauf, ihre Freunde wieder zu umarmen. Wichtig ist ihr auch, die eigene Kirche und den eigenen Pfarrer zu sehen und „nicht nur einen Fernsehgottesdienst im ZDF“. In der Krisenzeit wünscht sich Charlotte, dass die Kirche noch mehr die Gemeinschaft unterstützt.

Genau das macht die Ortsgruppe von „Fridays for Future Hildesheim“ und hat damit einen etwas anderen Zeitvertreib gefunden. Als die Nachrichten über die Schulschließungen die Runde machte, dachten sich die Jugendlichen – inspiriert durch eine Idee zur Nachbarschaftshilfe im Internet – einen Lieferservice aus. Ausgetragen werden die Lebensmittel passend zu ihrer Klimaschutzüberzeugung mit einem Lastenrad.

Täglich werden es mehr Bestellungen

Inzwischen sind sie gut ausgelastet, Tag für Tag werden es mehr Bestellungen. Daneben gibt es auch noch Kooperationen mit Kirchengemeinden. Angesprochen werden besonders Menschen der „Risikogruppe“, also Alte oder Personen mit Vorerkrankungen. Mittlerweile sind zwischen den Lieferanten und den Belieferten viele persönliche Kontakte an der Türschwelle entstanden – natürlich im Sicherheitsabstand von zwei Metern.

Absprachen und Planungen laufen in der Ortsgruppe per Videochat. Pia Bötjer glaubt aber nicht, dass sich das auch für die Nach-Corona-Zeit durchsetzt, sondern sie hofft, dass sie sich bald wieder im echten Leben mit ihren Mitstreitern treffen kann. Denn „online“ fehlen einfach die persönlichen Momente, die Umarmungen, die Nähe. „Und es wird weniger gelacht.“

 

 

01. April 2020

HAZ vom 26.03.2020: Beim Final Four auf dem zweiten Platz

Volleyballer vom Josephinum überzeugen beim Landesfinale des Schulwettbewerbs  "Jugend trainiert für Olympia"

Landesvizemeister im Volleyball; von vorn: Jarno Ermer, Niels Risch, Yven Helms, Jona Kempe
und Hermann Strüber, Leiter der Volleyball-AG.

 

Hildesheim. Jeder weiß, dass wegen Corona schon seit einigen Tagen kein Sport mehr stattfindet. Als letztes Turnier im Schulwettbewerb Jugend trainiert für Olympia vor der Pause ging in Oldenburg das Landesfinale im Volleyball über die Bühne. Da landete das Hildesheimer Josephinum beim Final Four der Wettkampfklasse IV auf dem zweiten Platz. Diesen tollen Erfolg hatte Sportlehrer Hermann Strüber gleich am nächsten Tag an die HAZ gemeldet – doch seine Mail muss an jenem Freitag, dem 13., irgendwie verschütt gegangen sein. Sie landete jedenfalls nie in der Zeitung. Damit eine niedersächsische Vizemeisterschaft durch eine Hildesheimer Schule aber nicht unter den Tisch fällt, wird die Nachricht ausnahmsweise trotz der Verspätung veröffentlicht.

Gespielt wird in dieser Altersklasse auf dem Kleinfeld (6 x 6 Meter) mit jeweils drei Spielern. Aus Hildesheim hatte sich nur das Jungenteam vom Josephinum qualifiziert. Gleich im ersten Spiel unterlag es dem hohen Favoriten und späteren Landessieger Gymnasium Martino-Katharineum aus Braunschweig mit 0:2. Nach spannenden Spielen gewann es dann jeweils mit 2:0 gegen die IGS Oldenburg-Flötenteich und das Christian-Gymnasium Hermannsburg. ak

10. März 2020

Kehrwieder vom 15.02.2020: Im kosmischen Kreisssaal

Josephinum-Lehrer Arndt Latußeck steigt mit der fliegenden Sternwarte SOFIA in die Stratosphäre – und schaut Sternen bei der Geburt zu

Von Kilian Schwartz

Sofia Kehrwieder 1 Sofia Kehrwieder 2
Die NASA hat eine gebrauchte Boeing 747SP gekauft und für den Einbau des Teleskops
umgerüstet. Hier fliegt SOFIA über der Heimatbasis in Süd-Kalifornien.
Arndt Latußek
fliegt mit. Fotos: NASA, Schwartz


Hildesheim. Dem Himmel nah sein und nach den Sternen greifen: Was erstmal ziemlich kitschig klingt, wird für Arndt Latußeck im März ganz real sein. Dann nämlich saust der Josephinum-Lehrer an Bord des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot Astronomie (SOFIA) in Richtung Weltall. Das fliegende Observatorium, ein gemeinsames Projekt von NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), startet seit 2015 jährlich knapp 120 Mal für jeweils achtstündige Messeinheiten von der NASA Dryden Aircraft Operation Facility in Palmdale, Kalifornien in Richtung Stratosphäre.

In knapp 15 Kilometer Höhe begleitet Arndt Latußeck die Crew an Astronomen auf Forschungsreise. Dass er Teil der Mission sein kann, verdankt er dem Bildungsprogramm des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI). Lehrern, die astronomische Themen in Theorie und Praxis in ihren Unterricht einbinden, soll mit dem Programm die Möglichkeit gegeben werden, ihre Schüler die an Bord gemachten Erfahrungen möglichst realistisch zu vermitteln. Latußeck hatte sich im September 2018 für das Programm beworben, im März kam die Zusage. Eigentlich sollte es bereits im Dezember losgehen, doch am Ende eines Wissenschaftsfluges war ein technisches Problem an einem der vier Triebwerke aufgetreten – sämtliche Flüge wurden deshalb bis auf weiteres gestoppt.

Ein neuer Starttermin ist für März angesetzt, für Latußeck beginnt die Aufregung also nochmal von vorne. Wobei: Dafür, dass er demnächst vis-à-vis mit dem Kosmos sein wird, wirkt der Lehrer im KEHRWIEDER-Gespräch zuerst ziemlich cool. Erst, als er berichtet, wie man durch das 17-Tonnen schwere Teleskop – das Herz der SOFIA –, praktisch mitten in den kosmischen Kreißsaal blicken kann, spürt man die tiefe Demut, mit der Latußeck seiner Stippvisite mit dem Universum entgegensieht. „Mit der Astronomie lassen sich die ganz großen Fragen beantworten“, sagt er. „Wir beobachten dort das Licht, das die Stoffe im Weltraum aussenden, die allesamt Bausteine des Lebens sind.“ Innerhalb der Stratosphäre sind die Messgeräte der SOFIA in der Lage, Licht aus dem infraroten Bereich aufzunehmen. Für Menschenaugen normalerweise nicht sichtbar, durchdringt das Infra-rotlicht Bereiche im Universum, die Licht in normalem Spektrum nicht erreichen kann. Und beleuchtet Orte, die kaum vorstellbar sind. „Wir können der Geburt eines Sterns zusehen“, sagt Latußeck. Ein Kokon aus Staub- und Gasmassen, der an Dichte zunimmt, kollabiert, in Rotation gerät und immer mehr Masse ansammelt. „Innerhalb dieser Gaskugel wird es immer heißer, bis sich durch Fusionsprozesse schließlich ein Stern bildet.“ Ein Prozess, der natürlich nicht von jetzt auf gleich stattfindet, sondern hunderttausende Jahre dauert. Doch am scheinbar unendlichen Sternenhimmel ist eine Sterngeburt nichts Ungewöhnliches.

Zwei mal acht Stunden wird Latußeck gemeinsam mit der rund 30-Mann starken Crew in der Stratosphäre sein, jeweils von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang. „Wir brauchen für die Beobachtungen Nacht“, sagt er. Ob er eine Liveübertragung ins heimische Klassenzimmer des Josephinums plane? „Das geht leider nicht. Aber direkt nach der Landung werde ich via Skype mit den höheren Jahrgängen telefonieren.“ Auch „Hallo Niedersachsen“ habe sich bereits für eine erste Meldung aus dem All angemeldet.

Und Flugangst? Die habe er eigentlich nicht, sagt Latußeck. Bei den jährlich 120 Beobachtungsflügen der SOFIA sei die Reise schließlich beinahe Routine. Und trotzdem: „Das ist die NASA und kein Ferienflieger: Bei Druckabfall kommt keine Stewardess, es fällt keine Sauerstoffmaske aus der Decke“, macht er klar. Ein bisschen Spannung muss schließlich auch dabei sein, wenn man hoch zu den Sternen reist. Das dürfte bei Astronauten genau so sein wie ... wie nennt man eigentlich jemanden, der die Stratosphäre erkundet? „Wir nennen uns Stratonauten!“, lacht Latußeck.

06. Februar 2020

HAZ vom 6.02.2020: Zurück zu den Wurzeln

Speer Begrung im Dom
Mini- Interview im Dom: Stadtdechant Wolfgang Voges spricht mit Stephan Speer. Foto: Chris Gossmann / HAZ

 

Vom Schüler zum Direktor: Stephan Speer ist neuer Schulleiter am Josephinum

Von Christian Harborth

Hildesheim. Stephan Speer ist neuer Schulleiter des Gymnasiums Josephinum. Hunderte Schüler, Lehrer und Weggefährten nahmen schon am Vormittag am Einführungsgottesdienst im Hildesheimer Dom teil. Viele von ihnen kamen anschließend mit ins Foyer der Schule, wo die Feierlichkeiten weitergingen.

Hier folgten jede Menge warme Worte zur Begrüßung, Vertreter der Klassenstufen überreichten zudem kleine Geschenke, die Oberstufenschüler etwa einen riesigen Schlüssel. „Als Symbol für die Verantwortung, die Sie ab heute für uns übernehmen werden“, sagte einer der Schüler.

Zu dieser Zeit hatten die Feiernden schon mehr als zwei Stunden Einführungszeremonie hinter sich. Die hatte am Morgen mit einem Gottesdienst im rappelvoll besetzten Dom begonnen. „Wir freuen uns auf Herrn Speer“, sagte Stadtdechant Wolfgang Voges gleich zu Beginn. Er holte den neuen Schulleiter auch zeitweise nach vorn, um mit ihm über den Glauben zu sprechen. Speer nutzte dies, um ein religiöses Gleichnis rund um Schafe und ihren Schäfer für jedermann verständlich zu übersetzen.

„Der Kern ist, dass man sich vertraut, dass man durch offene Türen tritt und sich nicht hinten rein schleicht, dass man direkte Wege zueinander sucht und auch findet“, sagte Speer. Doch in dem Gespräch ging es nicht ausschließlich um Theologisches. „Wie ist Ihnen jetzt zumute?“, fragte Voges. „Ich habe weiche Knie, schon den ganzen Tag“, antwortete Speer.

„Wir freuen uns, dass Sie sich entschieden haben, die Leitung zu übernehmen“, sagte Jürgen Pingsmann, der die Schule nach dem Ruhestand von Benno Haunhorst rund ein halbes Jahr kommissarisch geführt hatte. Speer ist seit elf Jahren Schulleiter. Er übernahm im Jahr 2009 das Gymnasium Salzgitter Bad, wechselte 2016 zum Gymnasium Himmelsthür und bewarb sich schließlich um Haunhorsts Nachfolge am Josephinum. Hier hat Speer vor Jahrzehnten selbst das Abitur abgelegt. „Wir sind gespannt, welche Ideen Sie mitbringen“, sagte Mitarbeitervertreter Sebastian Renzewitz. Er machte auch deutlich, dass sich das Josephinum in einem ausgezeichneten Zustand befindet. „Sie bekommen eine Schule, die gut aufgestellt ist.“

Jörg-Dieter Wächter, Leiter der Hauptabteilung Bildung des Bistums Hildesheim, ließ durchblicken, dass er Speer schon seit vielen Jahren kennt. „Es ist das erste Mal, dass ich einen guten Freund in so ein Amt hebe.“ Die beiden kennen sich aus der St. Mauritius-Gemeinde Moritzberg. Speer arbeitet hier auch ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat. Für seine Aufgabe am Josephinum lud Wächter ihn nun zu „Neubeginn und Neuakzentuierung“ ein.

Er und auch Christian Stock von der Landesschulbehörde sparten nicht mit Vorschusslorbeeren für den neuen Mann. Speer sei in Hildesheim „super gut vernetzt“, wenn man ihn sehe, befinde er sich meistens im Gespräch mit „irgendwelchen Menschen“, berichtete Wächter. Stock legte sogar noch einen drauf: „Das Land Niedersachsen schickt Ihnen seinen besten Schulleiter“, sagte er. Als Ortsbürgermeister von Himmelsthür bedauere er den Weggang Speers vom dortigen Gymnasium aber auch. Das Gymnasium Himmelsthür ist noch auf der Suche nach einem Nachfolger. Speer bemühte sich am Ende der Zeremonie darum, den Druck von allen Seiten zu nehmen. Auch mit einem Versprechen für die Zukunft: „Meine Tür wird immer offen stehen.“

-->