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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 04. Dezember 2018 23:10

"Einmal im Leben Ausschwitz besuchen!"

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Ernst, nachdenklich, humorvoll - Sally Perel bei seinem Vortrag im Foyer des Josephinums

Zeitzeuge Sally Perel beindruckt im Josephinum und gibt den Schülerinnen und Schülern einen Auftrag

Am 30.11.2018 kam Sally Perel in unsere Schule. Sally Perel, geboren in Peine, ist einer der letzten Überlebenden des Nationalsozialismus und dazu Jude. Das besondere an seiner Geschichte ist, dass er nicht nur Jude, sondern auch Hitlerjunge an einer Schule in Braunschweig war.

Sally Perel erzählt während seines Vortrages, wie es dazu kam. Er spricht davon, wie schlimm es für ihn war, in der 3. Klasse von der Schule verwiesen zu werden, nur weil er Jude war. Seine Familie zog auf Grund der zunehmenden Gefahr nach Lodz. Doch auch dort war sie schon bald nicht mehr sicher, da Deutschland Polen überfiel. Deshalb entschieden seine Eltern, ihn und seinen älteren Bruder nach Osten zu schicken, wo er eine Zeit lang in einem Waisenhaus lebte. Die Abschiedsworte seiner Mutter und die seines Vaters hat Perel bis heute im Kopf. Den Spruch „Du sollst leben“, der ihm von seiner Mutter auf den Weg mitgegeben wurde, nennt er als den Grund für seine Kraft. Sally Perel meint, dass er ohne diese Worte vielleicht nicht überlebt hätte.

Jedoch drangen die Nazis weiter vor und in Minsk musste Perel sich ihnen stellen. Er beschreibt es als eine Hölle, in der alles brannte. Dort wurden alle Juden erschossen. Doch Perel gab sich als Deutscher aus, nachdem er seine jüdischen Papiere vergraben hatte. Er nannte sich Josef und fungierte von nun an als Dolmetscher, da er gut polnisch und russisch sprach. Sally Perel erlebte viel in seiner Zeit an der Ostfront.

Dann erzählt der mittlerweile 93jährige Perel von der Zeit in der Hitlerschule in Braunschweig, in die er versetzt wurde. Er war dort für vier Jahre, welche für ihn wie vier Ewigkeiten waren. Er spricht von der Todesangst, enttarnt zu werden, die er jeden Tag hatte. Denn wenn die Nazis ihn entdeckt hätten, wäre er sofort ermordet worden. Dennoch dachte Sally Perel nie an Selbstmord, denn er hatte einen Wunsch: Leben.

Er spricht auch davon, wie aus ihm trotz seiner Religion ein Hitlerjunge wurde, wie er die Nazis unterstützte, wie er Täter und Opfer gleichzeitig war. Auch den Selbsthass, den er hatte, weil er Jude war, verschweigt er nicht.

Gegen Ende macht uns Sally Perel noch auf die zunehmenden, rechtsorientierten Strömungen in unserer Politik aufmerksam. Sein Ziel ist es, dass die Jugend von heute – also wir - aus der Geschichte Deutschlands lernt und auch dazu beiträgt, dass sich so etwas wie die Zeit des Nationalsozialismus nicht noch einmal wiederholt. Mit seinem Vortrag hat er uns, so sagte er, selbst zu Zeitzeugen gemacht. Als Auftrag gibt er uns, einmal im Leben Ausschwitz zu besuchen.

Beendet wurde Sally Perels Vortrag mit einer Fragerunde sowie mit dem Verkauf seines Buches und seines Films, die er bereitwillig für jeden einzelnen signierte.

Florentine Ehlert

Sally Publikum

Eine beeindruckende Persönlichkeit: Sally Perel fand den richtigen Ton und faszinierte die Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs.