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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 07. Juni 2022 22:59

HAZ vom 7.6.2022: Lehrer des Josephinums fliegt mit der Nasa bis an die Grenze des Weltalls

Hildesheim/Los Angeles - Die Nasa und das Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt betreiben in Kalifornien ein fliegendes Observatorium. Ein Lehrer aus Hildesheim durfte zusteigen.

 

Eine solche Mission dürfte der Traum eines jeden Astronomen sein: Mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) in die Stratosphäre abzuheben, um dort fernab der störenden Lufthülle der Erde astronomischen Beobachtungen nachzugehen.

Für den Hildesheimer Arndt Latußeck ist dies jetzt in Erfüllung gegangen. Der Lehrer des Josephinums hob in Kalifornien mit dem umgebauten Jumbojet Sofia ab. Sofia steht für Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie und ist ein gemeinsames deutsch-amerikanisches Projekt zur Erforschung des Weltalls. „Damit wurde für mich ein Kindheitstraum wahr“, freut sich Latußeck, der an seiner Schule regelmäßig Gruppen zu Jugend-forscht-Preisen führt und zudem Vorsitzender der Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie ist.

 
Im Inneren des SOFIA-Flugzeugs ist jede Menge Platz für die
Wissenschaftler und ihre Besucher.
  Für die Dauer des Stars müssen sich
auch die Gäste anschnallen.

Sofia ist ein Jumbojet

Mit Sofia mitzufliegen ist nicht so, als wenn man ein normales Flugzeug besteigt. Sofia hat keine Sitzreihen, fliegt nur bei Dunkelheit, ist bis unter das Dach mit Technik gefüllt und steigt gleich nach dem Start so rasant in den Himmel, dass manch einem schnell übel werden kann. Latußeck brauchte viele Jahre, um die erforderlichen Kontakte herzustellen. Die führten über eine kleine Astronomen-Szene in Deutschland, das Haus der Astronomie in Heidelberg und schließlich über das DLR, das das Projekt gemeinsam mit der Nasa bestreitet. 2019 saß Latußeck schon einmal auf gepackten Koffern. Damals gab es einen Störfall beim Landeanflug des Wissenschafts-Flugzeugs – alles Folgende wurde zunächst abgeblasen. „Danach kam Corona“, sagt Latußeck. Doch jetzt konnte er endlich los.

Sofia ist ein umgebauter Jumbojet der Nasa, der als fliegendes Obervatorium in zwölf bis 14 Kilometern Höhe über Kalifornien kreist. Etwa ein Dutzend Piloten, Technikerinnen und Wissenschaftler sind ständig an Bord. Dazu kommen meistens Gäste wie Latußeck. Viermal pro Woche hebt das Flugzeug von Palmdale, einer Stadt nördlich von Los Angeles, ab. „Ich durfte an den Flügen 876 und 877 teilnehmen“, erzählt Latußeck.

Bei ihm ist die Begeisterung für das Erlebte fast mit Händen greifbar. Allein die technische Perfektion sei überwältigend. So habe das Flugzeug an der linken Außenwand eine etwa drei mal vier Meter große Öffnung, durch die das Teleskop rage. Bei 900 Stundenkilometern werde diese „Luke“ in der Stratosphäre geöffnet. „Und man merkt im Flugzeug nichts davon“, sagt Latußeck. Auch die Präzision des Teleskops sei unglaublich. Wenn das Team einen Himmelskörper anvisiere, sei dieser ohne Wackeln oder Ruckeln zu sehen – ganz gleich, in was für Turbulenzen das Flugzeug gerate.

„Plötzlich bist du Teil der Nasa“

Latußeck ist kaum zu bremsen, wenn er von seinen Erlebnissen spricht. Nach einer kurzen Begrüßung sei er sofort Teil eines Teams gewesen. Irgendwann bekam er eine Jacke mit den Abzeichen der Raumfahrtbehörde überreicht. „Und plötzlich bist du Teil der Nasa“, sagt er noch immer beeindruckt.

In der Luft durfte er sich weitestgehend frei bewegen, mit allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den Piloten und allen anderen sprechen. All das hat Wirkung gezeigt. Ein Experte in Sachen Weltall war Latußeck auch vorher schon. Aber als Lehrer, der mit der Nasa bis an die Grenze des Weltalls flog, ist er noch mehr. „Irgendwie bin ich jetzt auch ein Botschafter für die Raumforschung.“