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Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum

Domhof 7 - 31134 Hildesheim - Tel: 05121-1795-0 - Mail: buero@gymnasium-josephinum.de

1200 Jahre Schule am Dom

Dienstag, 07. Mai 2013 18:46

Harmonie und Heiterkeit im 7. Jahr des Schüleraustausches mit Zielona Góra

Wo war das verflixte siebte Jahr? Selbst das Wetter spielte mit, als 15 Josephinerinnen und Josephiner mit ihren Lehrern vom 23.-26. April unsere Partnerschule in Zielona Góra besuchten.

Zielona Mittelbau-DoraIm März lag in Hildesheim noch Schnee und die Austauschgruppe hatte sich nach Mittelbau-Dora in die Winterlandschaft des Harzes aufgemacht. Jetzt im April schien in Zielona Góra die Frühlingssonne und bei der Stadtbesichtigung von Breslau (Wroclaw) lag bereits Frühsommerwärme in der Luft.

Das Programm umfasste neben einer Fahrt nach Breslau u.a. den Besuch des Militärmuseums in Pniewo. Dort besichtigten die Schüler Hitlers Ostwall, eine ca. 100 km lange Festungsfront zwischen der Oder und der Warthe, die in den Jahren 1936-1939 errichtet wurde. Die zahlreichen Bunker und Panzerwerke entlang der „Festung“ lagen in bis zu 52 Meter Tiefe im Erdreich. Das 32 Kilometer lange Tunnelsystem wurde von einer Schmalspurbahn befahren. Heute dient dieses System als Winterquartier für ca. 35000 Fledermäuse. Der Kampf gegen die Rote Armee im Januar 1945 dauerte gerade einmal drei Tage. Die Panzersperren wurden umfahren und die Panzerköpfe einer nach dem anderen erobert. Heute sieht man nur noch die Vorrichtungen für Maschinengewehre, Flammen- und Granatwerfer.

Zielona ChristusfigurAuf der Rückfahrt unternahmen die Schüler einen kurzen Abstecher in die Kleinstadt Swiebodzin zur weltgrößten Christusfigur. Die durch Spenden finanzierte Christkönig-Figur ist 36 Meter hoch und 400 Tonnen schwer.

In diesem Jahr zählte die Fahrt nach Breslau (Wroclaw) zu den Höhepunkten des Austausches. Beeindruckend ist die Stadtgeschichte mit den wechselnden Herrscherhäusern: Piasten, Ungarn und Böhmen, Habsburger, Hohenzollern. Der Ursprung der Befreiungskriege gegen Napoleon ging von Breslau aus. Treffpunkt der Stadtführung war das von 1961-1967 erbaute „Panorama“, das auf 1710 Quadratmetern den Sieg der polnischen über die russische Armee bei Raclawicka (1794) zeigt (www.panoramaraclawicka.pl). Von dort aus wurden u.a. im Park Slowckiego das Denkmal zur Erinnerung an die bei Katyn ermordeten polnischen Soldaten und die 1913 fertiggestellte „Jahrhunderthalle“, die an den 100. Jahrestag des Sieges über Napoleon erinnert, besucht. Die 42 Meter hohe Kuppel hat einen Durchmesser von 65 Metern. In das 11000 Quadratmeter große Gebäude würde der Petersdom dreimal hineinpassen. 1912 erstand dort die größte Orgel der Welt mit 222 Registern und 16706 Pfeifen. Anschließend wurde die Breslauer Altstadt besichtigt. Unscheinbar in der Fußgängerzone befand sich der „erste“ Zwerg, der als Widerstandssymbol gegen das kommunistische System in den 80er Jahren aufgestellt wurde. Heute sind 95 Zwerge über die Altstadt verteilt. Der Marktplatz, der zweitgrößte in Polen, ist das Herzstück der Stadt. Die bunten Häuserfassaden im Renaissancestil mit Elementen des Barock und der Klassik wurden rekonstruiert, da die Südseite des Marktplatzes am Ende des zweiten Weltkrieges nahezu völlig zerstört war. Erhalten geblieben mit nur geringen Kriegsschäden ist u.a. die von 1728-1732 als Jesuitenakademie erbaute „Aula Leopoldina“, die heute als zentrales Universitätsgebäude fungiert. In Breslau studieren z.Z. ca. 47000 Studenten. Als allegorische Figuren sind über dem Eingangsportal die vier Kardinaltugenden angebracht: Gerechtigkeit, Tapferkeit, Weisheit und Mäßigung. Hier studierten u.a. Theodor Mommsen, Paul Ehrlich und Gerhart Hauptmann und acht weitere Personen, die alle mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Aufgewachsen in Breslau und angefangen mit dem Studium der Philosophie hatte hier Edith Stein, die 1998 von Johannes Paul II heiliggesprochen wurde. Eine Gedenktafel neben der Jesuitenkirche in deutscher, polnischer und hebräischer Schrift verfasst erinnert an sie. Eine weitere Gedenktafel daneben erinnert an Joseph von Eichendorf, der die Jesuitenschule, das Ossolineum, besucht hatte. In der 1817 ausgebauten Bibliothek befinden sich 1,5 Millionen Exponate, darunter die Erstausgabe von Kopernikus´ „De revolutionibus orbium coelestium“ von 1543, Graphiken von Rembrandt und Manuskripte des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz. Vom Marktplatz aus ging es dann in nördlicher Richtung zum Breslauischen „Vatikan“, der Dominsel, die zusammen mit der Sandinsel die Keimzelle Breslaus bildet. In Mitten des kirchlichen Jurisdiktionsbezirkes liegt - umgeben von zahlreichen weiteren Kirchen und kirchlichen Gebäuden - die gotische Kathedrale St. Johannes des Täufers, die in den Zielona Breslau1Jahren 1244-1341 erbaut wurde und Sitz der Breslauer Erzbischöfe ist. Im Inneren der Kirche erinnert ein Epitaph an den letzten deutschen Erzbischof, Kardinal Bertram, der von 1914-1945 das größte deutsche Bistum leitete. Der Sarkophag mit den Gebeinen Bertrams befindet sich in der Krypta des Domes. Die Verehrung für die seelsorgerischen Leistungen Bertrams im Erzbistum scheint ungebrochen. Beim Mittagessen auf der Dominsel wurde der deutschsprachige Touristenführer mit viel Beifall verabschiedet und die Schüler hatten am späten Nachmittag Gelegenheit eigene Stadterkundungen vorzunehmen.

Neben dem reichen Geschichts- und Kulturprogramm, das in Zielona Góra mit einer von den polnischen Schülern vorbereiteten Stadtführung fortgeführt wurde, waren die Austauschtage auch von „Spiel und Spaß“ geprägt. So wurden gemeinsam Integrationstänze eingeübt und die Sportanlagen des Liceum III für Ballspiele genutzt. Auch wurde der 2010 errichtete Aquapark besucht, eine der modernsten Schwimmhallen in Europa. Im Vordergrund stand das gemeinsame Erleben. Freundschaften wurden geschlossen und Kontakte hergestellt, die das im Oktober 2012 in Berlin begonnene und nun im April 2013 beendete Austauschjahr überdauern dürften. Die Rückmeldungen der polnischen und deutschen Schüler zum Austauschprogramm sind jedenfalls äußerst positiv.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich beim Verein ehemaliger Josephiner bedanken, der in den letzten sieben Jahren immer wieder durch eine finanzielle Unterstützung (gemeinsame Essen, Theaterbesuch, Bowlingaktion etc.) zum Gelingen des Schüleraustausches beigetragen hat.